Bis Ende des Jahrhunderts gibt es 4 Hitzestunden mehr pro Tag
Eine Studie zeigt erstmals konkret, dass es bis zum Ende des Jahrhunderts bis zu vier Hitzestunden pro Tag mehr geben wird.

Das Wichtigste in Kürze
- Forscher messen erstmals, wie lange Menschen stündlich gefährlicher Hitze ausgesetzt sind.
- Es werden bis zu vier Stunden zusätzliche extreme Hitze pro Tag prognostiziert.
- Ärmere Länder tragen bereits heute mehr als drei Viertel der Hitzebelastung.
Eine neue Studie zeigt: Der Klimawandel bringt mehr extreme Hitzestunden als bisher angenommen.
Bis Ende des Jahrhunderts könnten an ohnehin heissen Tagen über vier zusätzliche Stunden mit extremer Hitze dazukommen.

Das geht aus einer Modellstudie hervor, die in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» veröffentlicht wurde.
Die Forscher der chinesischen Sun-Yat-sen-Universität sehen bei anderen Studien eine Lücke: Bisher wird Hitze meist anhand von Tageswerten gemessen – etwa über Durchschnitts-, Höchst- oder Tiefstwerte.
Kurze, aber gefährliche Hitzephasen können so untergehen.

Die Studie setzt deshalb auf eine Auswertung nach Stunden. Temperaturen werden dabei für jede einzelne Stunde analysiert. So wird sichtbar, wann und wie lange es tatsächlich gefährlich heiss ist.
Forscher entdecken verborgene Hitzestunden
Für ihre Analyse kombinierten die Forscher globale Wetterdaten aus den Jahren 1981 bis 2023.
Die Daten stammen aus Wetterbeobachtungen und Klimamodellen und wurden mit Prognosen bis zum Ende des Jahrhunderts verknüpft.
Das Ergebnis: Weltweit sind Landflächen im Sommer durchschnittlich rund 269 Stunden pro Jahr extremer Hitze ausgesetzt.
Zwischen 1981 und 2023 nahmen die extremen Hitzestunden deutlich zu – betroffen sind inzwischen über 80 Prozent der weltweiten Flächen. Im Schnitt kamen pro Jahrzehnt rund 62 zusätzliche Hitzestunden dazu.
Emissionen entscheiden über das Ausmass der Hitze
Die Forscher berechneten auch verschiedene Zukunftsszenarien. Besonders deutlich fallen die Prognosen im sogenannten Hochemissionsszenario aus – also dann, wenn die Treibhausgasemissionen weiter stark ansteigen.

In diesem Szenario könnte jeder heisse Tag im Zeitraum von 2070 bis 2099 mehr als vier zusätzliche Stunden extreme Hitze aufweisen.
Auch an Tagen, die nach herkömmlicher Messung nicht als Hitzetage gelten, könnten bis zu drei zusätzliche Hitzestunden auftreten. Diese würden bei täglichen Messungen unentdeckt bleiben und damit auch von vielen Warnsystemen nicht erfasst werden.
Ärmere Länder tragen die grösste Last
Besonders betroffen sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Auf sie fallen bereits heute mehr als drei Viertel der weltweiten Hitzebelastung.
Menschen in diesen Ländern sind über ihr gesamtes Leben hinweg am stärksten von der zunehmenden Hitze betroffen. Sie haben oft weniger Möglichkeiten, sich zu schützen.
Die Autoren der Studie betonen deshalb: Stündliche Auswertungen müssen stärker in die Planung einfliessen.
Sie könnten Frühwarnsysteme verbessern und helfen, Gesundheitsrisiken besser einzuschätzen.
Frühwarnsysteme müssen besser werden
Die Studie zeigt auch, wo künftige Forschung ansetzen soll. Die Wissenschaftler fordern ein besseres Verständnis der Mechanismen hinter kurzfristigen Hitzeereignissen. Dazu gehören etwa plötzliche Hitzeschübe, also abrupte und kurze Temperaturspitzen.

Ein besseres Wissen über diese Phänomene könnte laut den Autoren helfen, Warnsysteme gezielter einzusetzen.
















