Ebola

    Beobachter: Ebola-Ausbruch im Kongo «kritischer denn je»

    Rund zweieinhalb Monate nach Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Lage nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen «kritischer denn je». Die Krankheit verbreite sich in alarmierendem und beispiellosem Tempo, berichtet die Organisation.

    ARCHIV - Medizinisches Personal desinfiziert einen Krankenwagen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia. Foto: Dirole Lotsima Dieudonne/AP/dpa
    ARCHIV - Medizinisches Personal desinfiziert einen Krankenwagen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia. Foto: Dirole Lotsima Dieudonne/AP/dpa - Keystone/AP/Dirole Lotsima Dieudonne

    Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist unterdessen zum zweiten Mal seit Beginn des Ausbruchs in den Kongo gereist. Er wollte zunächst in der Hauptstadt Kinshasa mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen besprechen, wie die tödliche Krankheit besser eingedämmt werden kann.

    Zu viele Infektionsketten unbekannt

    Insgesamt sind mehr als 3.600 Infektionen im Labor bestätigt worden. Rund 1.500 der Infizierten überlebten nicht. Problem ist, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst.

    Das gilt als Schlüssel des Erfolgs: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontakte bekannt sind, sich isolieren und bei ersten Krankheitsanzeichen behandelt werden, kann der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Misstrauen gegen Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die Hunderttausende in die Flucht schlagen, erschweren diese Arbeit.

    Mehr Geld nötig

    Es handelt sich inzwischen um den grössten Ebola-Ausbruch, der jemals im Kongo registriert wurde. Die beginnende Regenzeit könnte Transporte und Hilfseinsätze zusätzlich erschweren. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist dringend mehr Geld nötig, um medizinische Teams zu fördern, Kontakte zu überwachen und weitere humanitäre Hilfe in dem armen Land zu leisten.

    Kommentare

    User #2791 (nicht angemeldet)

    Gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis zum behaupteten Erreger?

    User #4479 (nicht angemeldet)

    Der Punkt ist halt, dass vor allem schwere Verläufe bekannt werden, während milde Verläufe gar nicht auffallen…

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