Früherer Staatschef gründet Militärbündnis gegen Kongos Regierung
Der frühere kongolesische Präsident Joseph Kabila hat ein militärpolitisches Bündnis ins Leben gerufen, das sich konkret gegen die Regierung in Kinshasa richtet.

Dem neuen Bündnis gehören mehrere Rebellengruppen an, unter anderem die Miliz M23, die grosse Teile des Ostkongo kontrolliert. Die Front für die Neugründung der Nation (FRN) wolle der «Tyrannei» in der Demokratischen Republik Kongo ein Ende setzen, «mit allen Mitteln, auch mit Waffengewalt», teilte ein Sprecher der FRN mit.
Die Regierung von Präsident Félix Tshisekedi reagierte bislang nicht auf die Ankündigung, die von politischen Experten als direkte Konfrontation zwischen Kabila und Tshisekedi interpretiert wird.
Kabila, der den rohstoffreichen Kongo von 2001 bis 2019 regierte, wurde vergangenes Jahr vom Obersten Militärgericht wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen sowie der Planung eines Regierungsumsturzes in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der 55-Jährige bestreitet die Vorwürfe als politisch motiviert. Nachdem er über Jahre im Exil lebte, kehrte Kabila vor einigen Monaten nach Goma, die Regionalhauptstadt des Nord-Kivu, zurück, die sich aktuell in den Händen der M23 befindet.
Die M23 ist seit Jahren im Ostkongo aktiv und wird laut einem Bericht von UN-Experten vom benachbarten Ruanda unterstützt. Die von der Miliz eroberten Gebiete sind reich an wertvollen Rohstoffen, darunter Coltan, Gold, Nickel, Kobalt und Kupfer, die unter anderem in Smartphones und Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.














