Nach der Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern sind die meisten Trümmer im Gazastreifen weggeräumt. Finanzielle Hilfe ist zugesagt.
Palästinensische Männer arbeiten auf einem Grundstück in Gaza-Stadt, um Folgen der Zerstörungen durch Luftangriffe während des Konflikts im Mai zu beseitigen. 100 Tage nach der Waffenruhe zwischen Israel und der in Gaza herrschenden Hamas steht der Wiederaufbau noch am Anfang. Foto: Eva-Maria Krafczyk/dpa
Palästinensische Männer arbeiten auf einem Grundstück in Gaza-Stadt, um Folgen der Zerstörungen durch Luftangriffe während des Konflikts im Mai zu beseitigen. 100 Tage nach der Waffenruhe zwischen Israel und der in Gaza herrschenden Hamas steht der Wiederaufbau noch am Anfang. Foto: Eva-Maria Krafczyk/dpa - sda - Keystone/dpa/Eva-Maria Krafczyk

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Konflikt zwischen Israel und Palästina zerstörte im Gazastreifen 1350 Wohneinheiten.
  • Die meisten Trümmer sind 100 Tage nach der Waffenruhe beseitigt.
  • Der Wiederaufbau zeigt sich, aufgrund der politischen Lage, schwierig.

Knapp 100 Tage nach der Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen sind nach Angaben die meisten Trümmer beseitigt.

Beim Wiederaufbau gebe es allerdings ein Finanzierungsproblem, sagte Nadschi Sarhan, Staatssekretär im Bauministerium des Gazastreifens, der Deutschen Presse-Agentur.

Einfuhr humanitärer Hilfe zulassen

Internationale Hilfe sei zugesagt, sowohl von der internationalen Gemeinschaft wie auch von einzelnen Ländern. So hätten Katar und Ägypten jeweils 500 Millionen Dollar (etwa 425 Millionen Euro) für den Wiederaufbau in Aussicht gestellt. Die Behörden warteten aber noch darauf, dass Israel dem Transfer der Mittel, aber auch der Einfuhr benötigten Materials zustimme.

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Ein Hamas-Polizist in Gaza bewacht eine Sandbarriere an einer Strasse. - dpa

Die grundsätzliche Politik sei, die Einfuhr humanitärer Hilfe zuzulassen, sagte eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums. Auch einiges an Material dürfe eingeführt werden. Voraussetzung sei zudem Ruhe und Frieden an der Grenze.

1350 Wohneinheiten wurden zerstört

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Massnahme mit Sicherheitsinteressen.

Der Konflikt war am 10. Mai mit dem Raketenbeschuss der Hamas auf Jerusalem eskaliert. Israel reagierte darauf mit massiven Angriffen im Gazastreifen.

Insgesamt 1350 Wohneinheiten im Gazastreifen wurden nach Angaben Sarhans vollständig zerstört, mehr als tausend schwer beschädigt. Etwa 56 000 Wohnungen oder Häuser erlitten leichtere Schäden. Hier haben die Bewohner teilweise in Eigeninitiative repariert und Trümmer beseitigt.

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Israel will humanitäre Hilfe im Gazastreifen leisten. - Keystone

Schäden in Millionenhöhe

Die Weltbank, UN und EU geht von einer Schadenshöhe von 323 Millionen Euro durch Zerstörungen aus. Der wirtschaftliche Verlust wird auf rund 161 Millionen Euro geschätzt. Die Kosten für den Wiederaufbau wurden im Bericht auf bis zu 412 Millionen Euro in den ersten 24 Monaten geschätzt.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Vereinten Nationen stufen die Gebiete als besetzt ein. Aus dem damals ebenfalls eroberten Gazastreifen ist Israel abgezogen. Die Palästinenser wollen in Westjordanland und Gazastreifen einen unabhängigen Staat mit der Hauptstadt Ost-Jerusalem ausrufen.

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