In der Salomonischen Hauptstadt Honiara kommt es zu gewaltsamen Übergriffen auf chinesisches Eigentum. Nun entsendet Australien Truppen.
Brennende Häuser in Honiara
Brennende Häuser in Honiara - ZFM Radio/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf den Salomonen ist es zu antichinesischen Protesten gekommen.
  • Daraufhin entsendete Australien Truppen und Sicherheitskräfte.
  • China zeigt sich besorgt.

Wegen anti-chinesischer Ausschreitungen auf den Salomonen-Inseln hat Australien eine Friedenstruppe in den Pazifikstaat entsandt. Demonstranten legen Feuer in chinesischem Viertel im Pazifikstaat.

Unruhen in der Hauptstadt

Premierminister Scott Morrison genehmigte den Einsatz der Sicherheitskräfte am Donnerstag auf Ersuchen seines salomonischen Amtskollegen Manasseh Sogavare. Zuvor hatten Demonstranten versucht, das Parlament in der Hauptstadt Honiara zu stürmen. Sie setzten zudem mehrere Häuser im chinesischen Viertel Honiaras in Brand. Sie fordern den Rücktritt Sogavares.

Morrison zufolge soll der Einsatz der mehr als 100 Polizisten und Soldaten voraussichtlich «einige Wochen» dauern. Er bekräftigte dabei: «Es ist nicht die Absicht der australischen Regierung, sich in irgendeiner Weise in die inneren Angelegenheiten der Salomonen einzumischen.» Ziel sei, «für Stabilität und Sicherheit zu sorgen».

Plünderungen in Chinatwon

Sogavare drohte, dass die Anführer der Unruhen «die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen werden». Er bekräftigte, dass seine Regierung im Amt bleibe und die Situation unter Kontrolle habe.

Mehrere hundert Demonstranten hatten am Mittwoch gegen die Regierung demonstriert. Dabei versuchten einige, das Parlament zu stürmen, was ihnen allerdings nicht gelang. Am Donnerstag ignorierten tausende Menschen eine von der Regierung erlassene Ausgangssperre.

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Brennende Häuser und protestierende Menschen in der Hauptstadt Honiara. - Keystone.

Stattdessen zogen sie in die Chinatown von Honiara, wo sie eine Polizeistation, Geschäfte und eine Bank plünderten und anzündeten. Die Polizei ging mit Strassensperren und Tränengas gegen die Randalierer vor.

China zeigt sich besorgt

Der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Zhao Lijian, sagte am Donnerstag: «Wir sind sehr besorgt über die Angriffe auf einige chinesische Bürger und Organisationen.» Er forderte die Regierung von Sogavare auf, «alle notwendigen Massnahmen» zu ergreifen, um die chinesischen Bürger zu schützen.

Die Beziehungen der Salomonen zu China sind Beobachtern zufolge in den Sog innenpolitischer Konflikte geraten. Kritiker werfen Sogavare vor, zu sehr auf Seiten Pekings zu stehen.

Er soll hinter der Entscheidung Honiaras stehen, seit 2019 Taiwan nicht mehr als unabhängigen Staat anzusehen und stattdessen China anzuerkennen. Viele Menschen in dem Land mit 660.000 Einwohnern haben aber enge Beziehungen nach Taiwan.

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