Aung San Suu Kyi habe den Richter am Montag gebeten, nur noch alle zwei Wochen statt wie bisher jede Woche vor Gericht erscheinen zu müssen.
Aung San Suu Kyi
Aung San Suu Kyi - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Richter will offenbar nächste Woche über das Gesuch entscheiden.
  • Suu Kyi steht seit dem Militärputsch von Anfang Februar unter Hausarrest.
  • Die Justiz wirft ihr ein halbes Dutzend Vergehen vor.

Der Prozess in Myanmar gegen die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi macht der 76-Jährigen laut ihrem Anwalt gesundheitlich schwer zu schaffen. Die Friedensnobelpreisträgerin habe den Richter am Montag gebeten, nur noch alle zwei Wochen statt wie bisher jede Woche vor Gericht erscheinen zu müssen, teilte Khin Maung Zaw der Nachrichtenagentur DPA mit.

«Sie hat gesagt, dass sie alle Wochentage vor Gericht verbringen müsse, worunter ihr Gesundheitszustand leide», so der Anwalt. Der Richter wolle nächste Woche über das Gesuch entscheiden. Suu Kyi steht seit dem Militärputsch von Anfang Februar unter Hausarrest. Bereits Mitte September konnte sie erstmals krankheitsbedingt nicht persönlich vor Gericht in der Hauptstadt Naypyidaw erscheinen. Was ihr genau fehlt, ist nicht bekannt.

Es drohen langjährige Haftstrafen

Die Justiz wirft ihr ein halbes Dutzend Vergehen vor. Unter anderem muss sie sich seit Mitte Juni wegen Verstössen gegen die Aussenhandelsgesetze, Verletzung von Corona-Massnahmen, Korruption und Anstiftung zum Aufruhr verantworten. Es drohen langjährige Haftstrafen. Beobachter und Menschenrechtsexperten sprechen von einem Schauprozess und vermuten, dass die Junta die beliebte Politikerin auf diese Weise langfristig zum Schweigen bringen will.

Suu Kyi hatte bereits in der Vergangenheit insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. 2016 war sie faktische Regierungschefin geworden. Die Parlamentswahl im November hatte sie mit grossem Vorsprung gewonnen und sich eine zweite Amtszeit gesichert. Die Junta begründete den Putsch mit angeblichem Wahlbetrug.

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