Aktivisten: Weitere Proteste im Iran
Die Demonstrationen gegen die politische Führung im Iran gehen weiter. Ob und wie stark sich auch Unternehmen und Gewerbetreibende den Protesten anschliessen werden, bleibt wohl noch abzuwarten.

Im Iran gingen Aktivisten und Augenzeugen zufolge auch am Dienstag die Proteste gegen die politische Führung des Landes weiter.
Auf den Strassen der Hauptstadt Teheran riefen die Demonstranten demnach «Tod dem Diktator» und «Islamische Republik wollen wir nicht (mehr)». Berichte über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gab es zunächst nicht.
Im Iran wird seit Mitte September gegen die politische Elite des Landes demonstriert. Für Montag bis Mittwoch dieser Woche hatten Aktivisten zu den sogenannten 14-15-16-Protesten aufgerufen – die Zahlen sind das Datum im persischen Kalendermonat Azar. Im Zuge dieser sollten sich auch Unternehmen den Protesten anschliessen. Ziel sei es, die Wirtschaft des Landes lahmzulegen.
Es gab widersprüchliche Angaben dazu, wie stark Wirtschaftstreibende dem Aufruf folgten. Aktivisten zufolge hatten am Montag viele Händler ihre Geschäftstätigkeit eingestellt. Staatliche Medien wiederum berichteten von einem «Normalzustand» auf Märkten und veröffentlichten Bilder von geöffneten Läden. Augenzeugen in Teheran berichteten, es seien «einige Geschäfte geöffnet und einige geschlossen» gewesen.
Auslöser der Massenproteste war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen angeblichen Verstosses gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seither mindestens 470 Demonstranten getötet und rund 18.000 Menschen verhaftet.










