Iran: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschlag
Der Iran hat erneut Raketen auf Israel gefeuert. Trump fordert Netanjahu derweil zum Verzicht auf Gegenschläge auf. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran feuerte am Sonntagabend mehrere Raketensalven auf Israel ab.
- Israels Militär ist laut Sprecher Defrin auf alle Szenarien vorbereitet.
- Trump will Israel zum Verzicht auf Vergeltung drängen und hofft auf einen baldigen Deal.
Der Iran hat die Waffenruhe gebrochen und erneut Raketen auf Israel abgefeuert – als Reaktion auf israelische Angriffe auf Hisbollah-Ziele in Beiruter Vororten. Irans Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe als «Warnung» und zielten dabei eigenen Angaben zufolge unter anderem auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David.
Alle Raketen der ersten Wellen wurden laut israelischem Militär abgefangen; Raketentrümmer schlugen jedoch im Norden Israels ein, eine 79-Jährige wurde verletzt. Israels Militärsprecher Effie Defrin sagte, der Iran habe einen «schweren Fehler begangen» – das Militär sei auf alle Szenarien vorbereitet.
US-Präsident Donald Trump will Premierminister Benjamin Netanjahu jedoch zum Verzicht auf Gegenschläge drängen und zeigte sich zuversichtlich, dass ein Rahmenabkommen mit Teheran noch diese Woche erzielt werden könnte.
Die neuesten Informationen zur möglichen Eskalation im Nahen Osten gibt es hier im Nau.ch-Ticker:
Israel schliesst nach Angriffen aus Iran Übergänge nach Gaza
23.55: Israel hat nach den neuen Raketenangriffen aus dem Iran die Grenzübergänge in den Gazastreifen geschlossen. Es handele sich um eine «Sicherheitsmassnahme», hiess es in einer Mitteilung der zuständigen israelischen Cogat-Behörde.
Betroffen seien unter anderem der Rafah-Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sowie der Warenübergang Kerem Schalom zwischen Israel und dem Gazastreifen. Die Massnahme werde keine Auswirkungen auf die humanitäre Lage in dem Küstenstreifen haben, hiess es weiter in der Mitteilung.
Raketen dringen in Jordaniens Luftraum ein
23.45: Bei den neuesten Angriffen des Irans auf Israel sind einige der Raketen in Jordaniens Luftraum eingedrungen. Das teilte ein Sprecher der jordanischen Regierung mit. Mehrere Raketen hätten Jordaniens Luftraum bei der «erneuten Eskalation» verletzt, teilte der Sprecher mit.
Die jordanischen Streitkräfte würden die Situation genau beobachten. «Jordanien wird nicht zulassen, dass sein Gebiet oder sein Himmel in ein Schlachtfeld für irgendwen verwandelt werden.»
Israels Armee: Iran begeht mit Angriff «schweren Fehler»
23.27: Die israelische Armee ist nach Angaben eines Militärsprechers nach dem iranischen Raketenangriff auf alle Szenarien vorbereitet. Das Militär sei «stark in der Verteidigung und im Angriff», sagte Sprecher Effie Defrin in einer Video-Ansprache.
Der israelische Militärchef Ejal Zamir halte gegenwärtig Beratungen ab und billige «Pläne für das weitere Vorgehen». Der Iran habe mit den neuen Raketenangriffen auf Israel einen «schweren Fehler begangen», sagte der Sprecher.
Mit den Angriffen auf Israel als Reaktion auf den israelischen Angriff auf Hisbollah-Ziele in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut versuche Teheran, «eine neue Gleichung zu schaffen». Israel werde dies nicht zulassen, sagte der Sprecher.
Die Angriffe auf die mit dem Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz würden im ganzen Libanon fortgesetzt, kündigte er an. «Wir werden Angriffe auf israelische Bürger nicht zulassen.» Israel sei auch auf neue Raketenangriffe aus dem Iran vorbereitet, sagte Defrin weiter.
Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge
22.55: Nach den neuesten Raketenangriffen des Irans auf Israel will Trump Medienberichten zufolge den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanjahu angekündigt, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals «Axios» auf X.
«Ich hoffe, Israel reagiert nicht. Wenn Bibi zurückschlägt, wird sich das Ganze nur so hinziehen wie in den letzten 47 Jahren, oder gar den letzten 3000 Jahren», zitierte ihn der «Axios»-Reporter weiter. Der israelische Sender Kan berichtete ebenfalls, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle. «Israel hat genug reagiert», sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders.

Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschliessen. «Was ich dem Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schliesst ein Abkommen», sagte er laut dem US-Sender Fox News. Eine öffentliche Stellungnahme durch das Weisse Haus stand zunächst aus.
Iran: Angriff auf Luftwaffenstützpunkt in Israel als «Warnung»
22.39: Irans Streitkräfte zielten eigenen Angaben unter anderem auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David. In einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden begründete die Elitestreitmacht des Landes ihre Angriffe mit der Eskalation im Libanon.
Die Waffenruhe im Iran-Krieg sei unter der Prämisse ausgehandelt worden, dass der Konflikt an allen Fronten eingestellt werden müsse. Israel und den USA warf der Iran vor, ihre Verpflichtungen verletzt zu haben.
Die nun erfolgten Angriffe bezeichneten die Revolutionsgarden als «Warnung». Sollte der Krieg wieder voll ausbrechen, «werden die Antworten umfassender ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region einschliessen», teilten die Streitkräfte weiter mit. Iranischen Staatsmedien zufolge wurden ballistische Raketen aus mehreren Landesteilen abgefeuert.
Iran, Irak und Syrien sperren Luftraum
22.19: Als Reaktion auf die jüngste Eskalation sperrte der Iran bis auf weiteres seinen Luftraum im Landeswesten. Der Irak und Syrien sperrten ihren gesamten Luftraum vorübergehend.
Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die iranische Rothalbmondgesellschaft versetzte ihre Mitarbeiter aus Sorge vor israelischen Gegenangriffen in Alarmbereitschaft.
Irans zentrales Militärommando bestätigt Angriffe
22.00: In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die iranischen Streitkräfte die Attacke mit «wiederholten Verstössen» der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.
Berichte: Israel will auf Raketenangriffe Irans reagieren
21.55: Israel will nach Medienberichten hart auf die ersten iranischen Raketenangriffe seit zwei Monaten reagieren. Der israelische TV-Sender N12 sowie das Nachrichtenportal «ynet» berichteten dies unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsvertreter.
«Der Iran kann vergessen, dass wir das hinnehmen werden – die Reaktion wird hart ausfallen», sagte der Repräsentant nach Angaben von «ynet». Man werde «nicht zulassen, dass sie irgendwelche neuen Spielregeln schaffen und unsere Souveränität verletzen».
Israel: Aus Iran abgefeuerte Raketen von Luftabwehr abgefangen
21.38: Aus dem Iran auf Israel abgefeuerte Raketen sind nach israelischen Militärangaben von der Luftabwehr abgefangen worden. Bisher seien zwei Angriffswellen identifiziert worden, teilte das Militär mit.
Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte.

Nach Informationen des israelischen Zivilschutzes wurde angesichts der ersten iranischen Angriffe seit zwei Monaten der Unterricht in allen Schulen am Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet.
Rundfunk: Iran meldet zwei Raketensalven auf Israel
21.24: Irans Streitkräfte haben nach Angaben von Staatsmedien zwei Raketensalven auf Israel gefeuert. Die zweite Welle zielte auf das Zentrum des Landes, wie der staatliche Rundfunk berichtete.
Israelische Armee: Iran feuert Raketen in Richtung Israel
21.14: Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Raketen identifiziert, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert wurden. Abwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen, teilte das israelische Militär mit.









