Aids

    AIDS: Diskriminierung erschwert Bekämpfung der Krankheit

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    Genève,

    Eigentlich wollten die Vereinten Nationen Aids bis 2030 eliminieren. Ungleichheiten und Diskriminierung verhindern das Erreichen dieses Ziels, sagen Experten.

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    Am Welt Aids Tag wird der Zugang zu Prävention für alle gefordert. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Zahl der HIV-Infektionen steigt in einigen Teilen der Welt wieder.
    • Sexuelle Gewalt, Ungleichheit und Diskriminierung bremsen die Bekämpfung von Aids aus.

    Die Zahl der HIV-Neuinfektionen und Aids-bedingten Todesfälle steigt in einigen Teilen der Welt. Ungleichheiten seien der Hauptgrund für die mangelnden Fortschritte, erklärt das UN-Programm für die Bekämpfung von Aids (UNAIDS) in einer Analyse zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Dabei gehe es vor allem um geschlechtsspezifische Ungleichheiten, Ungleichheiten bei Schlüsselgruppen wie Homosexuellen und Ungleichheiten zwischen Kindern und Erwachsenen.

    Angesichts des derzeitigen Trends könnten die vereinbarten globalen Ziele nicht erreicht werden. Dies erklärte UNAIDS. Bis 2030 hatte man erreichen wollen, dass 95 Prozent der infizierten Menschen ihren HIV-Status kennen.

    Sexuelle Gewalt als Treiber von Aids

    Davon sollten 95 Prozent eine Therapie erhalten. Wiederum 95 Prozent davon sollten unter antiviraler Therapie einen Abfall der Viruslast unter die Nachweisgrenze erreichen. Dies macht eine Übertragung des Virus viel unwahrscheinlicher.

    In bestimmten Regionen, in denen HIV weit verbreitet sei, hätten Frauen eine bis zu 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren. Begründet wird dies mit Gewalt durch Intimpartner, heisst es in der Analyse. In 33 Ländern weltweit konnten nur 41 Prozent aller verheirateten Frauen eigene Entscheidungen über ihre sexuelle Gesundheit treffen.

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    Ein junger Mann malt eine rote Aids-Schleife auf eine Wand im Kibera-Slum und schreibt in roten Buchstaben den Slogan «Avoid AIDS». - dpa

    Ansteckungen bei Frauen in Afrika südlich der Sahara machten rund 63 Prozent aller HIV-Neuinfektionen in der Region aus. Mädchen und junge Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren infizierten sich dreimal häufiger mit HIV als Jungen und junge Männer dieser Altersgruppe.

    Kinder hätten zu wenig Zugang zu lebensrettenden Medikamenten, mahnte UNAIDS auch. Weltweit erhalten mehr als drei Viertel der HIV-infizierten Erwachsenen antiretrovirale Therapie. Hingegen werden nur gut die Hälfte aller HIV-infizierten Kinder dementsprechend behandelt. Folglich sei der Prozentsatz Aids-bedingter Todesfälle bei Kindern vergleichsweise hoch.

    Auch Diskriminierung und Ungleichheit erschweren humanitäre Hilfe

    Eine weitere Hürde zur Beendigung von Aids sei Diskriminierung, hiess es von dem UN-Programm weiter. Bei den Neuinfektionen unter homosexuellen Männern gebe es vor allem in Afrika keinen signifikanten Rückgang. Weltweit kriminalisierten nach Angaben von UNAIDS noch immer fast 70 Länder gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen. Sexarbeiter in Ländern, in denen ihre Arbeit kriminalisiert sei, hätten aufgrund von Diskriminierung eine siebenmal höhere Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren.

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    Die Infektionsrate mit HIV steigt in einigen Teilen der Welt - dpa

    Finanzielle Engpässe machten es schwer, Ungleichheiten anzugehen, so UNAIDS. Im Vorjahr hätten in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen acht Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) für HIV-Programme gefehlt. In dem Jahr starben demnach rund 650 000 Menschen an Aids, etwa 1,5 Millionen Menschen infizierten sich mit HIV.

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