Zahlreiche mutmassliche Missbrauchsopfer des verstorbenen US-Millionärs Jeffrey Epstein haben bei einer emotionalen Gerichtsanhörung über ihr Leid berichtet.
Mutmassliches Missbrauchsopfer Araoz (Mitte)
Mutmassliches Missbrauchsopfer Araoz (Mitte) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In Manhattan haben Epstein-Opfer vor Gericht über den verstorbenen Financier ausgesagt.
  • Dabei kamen einige neue schreckliche Vergehen des Sexualstraftäters ans Licht.
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Vor einem Bundesgericht in Manhattan sagten am Dienstag 16 Frauen aus. Sieben weitere Frauen liessen sich von Anwälten vertreten. «Heute stehen wir zusammen», sagte die Schauspielerin Anouska De Georgiou, die nach eigenen Angaben von Jeffrey Epstein sexuell missbraucht wurde. «Ich werde nicht weiter ein Opfer sein und nicht einen Tag länger schweigen.»

Jeffrey Epstein
US-Anwältin Gloria Allred (M), spricht neben zwei ihrer Klientinnen zu Journalisten, nachdem sie das Gericht nach der Anklage-Einstellung für Jeffrey Epstein verlassen hat. - Bebeto Matthews/AP/dpa

Chauntae Davies schilderte, sie habe sich in einem Krankenhaus zwei Wochen lang übergeben müssen, nachdem sie vergewaltigt worden sei. Der Investment-Millionär habe «krankhaft» junge Frauen missbraucht.

Eine andere Frau sagte, sie sei Epsteins «Sklavin» gewesen. «Ich habe mich machtlos und beschämt gefühlt.» Epstein habe gedroht, sie zu töten, sollte sie nicht mehr Jungfrau sein.

Jeffrey Epstein führte Sex-Ring

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker wurde bereits 2008 wegen der Prostitution junger Frauen zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt. Seitdem wurde er als Sexualverbrecher geführt.

Nach einer erneuten Festnahme wurde der 66-Jährige am 10. August tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm er sich das Leben. Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

jeffrey epstein
Jeffrey Epstein vor Gericht. - keystone

Mit der Gerichtsanhörung wollte Richter Richard Berman den Missbrauchsopfern Gelegenheit geben, über ihr Leid zu sprechen. Da es nun nie zu einem Prozess gegen Epstein kommen wird. Er würdigte den «Mut» der Frauen, von denen sich viele nie zuvor öffentlich geäussert hatten.

Opfer sind wütend über Epstein-Tod

Die meisten der Frauen zeigten sich wütend darüber, dass Epstein nicht mehr vor Gericht gestellt werden kann. «Ich bin sehr wütend und traurig, weil der Gerechtigkeit in diesem Fall nie Genüge getan wurde», sagte Courtney Wild.

Jeffrey Epstein Minderjährige
Courtney Wild (links) und Michelle Licata verlassen das Gerichtsgebäude in New York. Sie beide werfen dem US-Milliardär Jeffrey Epstein vor, sie missbraucht zu haben, als sie noch minderjährig waren. - Keystone

Epstein sei ein «Feigling». Jennifer Araoz sagte, Epstein wolle ihr selbst nach seinem Tod Leid zufügen. Dass sie dem Sexualverbrecher nicht vor Gericht entgegentreten könne, «zerfrisst meine Seele».

Mittäter sollen verfolgt werden

Die Frauen riefen zudem die Justiz auf, mögliche Mittäter zu verfolgen. «Bitte, bitte, bitte, bringen Sie zu Ende, was sie begonnen haben», sagte Sarah Ransome. «Er hat nicht allein gehandelt.» Epstein habe vielmehr einen internationalen Ring von Frauenhändlern geführt.

Prinz Andrew Jeffrey Epstein
Prinz Andrew im Jahr 2001 mit der damals 17-jährigen Virginia Roberts. Im Hintergrund Epsteins frühere Freundin Ghislaine Maxwell. - Dukas

In dem Fall sind Vorwürfe gegen den britischen Prinzen Andrew und gegen Epsteins frühere Freundin Ghislaine Maxwell laut geworden. Beide haben die Vorwürfe bestritten.

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