9/11

    US-Verteidigungsminister widerruft Deal mit 9/11-Drahtzieher

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    USA,

    US-Verteidigungsminister Austin hat einen Justizdeal widerrufen, der drei mutmasslichen 9/11-Drahtziehern die drohende Todesstrafe erspart hätte.

    11 September Drahtzieher Austin
    US-Verteidigungsminister Austin hat den Justizdeal mit den mutmasslichen 9/11-Drahtziehern zurückgenommen. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Lloyd Austin hat einen juristischen Vergleich mit 9/11-Terrorverdächtigen widerrufen.
    • Der Deal hätte den Männern im Gegenzug für ein Schuldbekenntnis die Todesstrafe erspart.
    • Das ursprüngliche Vorhaben des Verteidigungsministeriums hatte für grosse Kritik gesorgt.

    US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat einen Justizdeal zurückgenommen, der drei im US-Gefangenenlager Guantánamo Inhaftierten die drohende Todesstrafe erspart hätte.

    Bei den Männern handelt es sich um mutmassliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Dem Vernehmen nach hätte den Beschuldigten im Gegenzug für ein Schuldbekenntnis lediglich eine lebenslange Haft gedroht.

    Tragweite lässt Minister Fall übernehmen

    Nun gab Austin bekannt, die Verantwortliche im Verteidigungsministerium mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden zu haben.

    Wie findest du es, dass die Todesstrafe für die mutmasslichen 11.-September-Drahtzieher wieder im Raum steht?

    Statt ihrer übernehme der Minister nun persönlich die Aufsicht über die Angelegenheit:

    «Ich habe entschieden, dass in Anbetracht der Bedeutung der Entscheidung, mit den Angeklagten in dem oben genannten Fall vorprozessuale Vereinbarungen zu treffen, die Verantwortung für eine solche Entscheidung bei mir als der obersten Instanz (...) liegen sollte.»

    Mutmasslicher 9/11-Chefplaner seit über zwei Jahrzehnten in Haft

    Bei einem der fraglichen Inhaftierten handelt es sich um Chalid Scheich Mohammed (59). Der pakistanische Islamist gilt als Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001. Mutmasslich im Jahr 2003 wurde er in seinem Heimatland festgenommen.

    Chalid Scheich Mohammed
    Beide Bilder sollen Chalid Scheich Mohammed zeigen: Kurz nach seiner Festnahme im Jahr 2003 (l.), und 2009 im Straflager Guantánamo. (Archivbild) - Keystone

    2007 legte er vor dem Militärtribunal im US-Straflager Guantánamo diverse Geständnisse ab. Diverse hiervon sollen im Vorfeld unter Folter entstanden sein.

    Kehrtwende nach massiver Kritik

    Austins Deal-Kehrtwende war harsche Kritik aus Politik und Öffentlichkeit vorausgegangen. So hatte sich beispielsweise der republikanische Abgeordnete James Comer direkt an US-Präsident Biden gewandt.

    Twitter James Comer
    Der Republikaner James Comer positionierte sich deutlich gegen den Vergleich mit den mutmasslichen Drahtziehern des 11. September. - x.com/@RepJamesComer

    In einem Brief, so berichtet unter anderem die «Frankfurter Rundschau» habe er erklärt:

    «Sie (...) signalisieren damit unseren Feinden, dass die Vereinigten Staaten nicht bereit sind, gegen diejenigen, die unser Land angreifen, mit aller Härte vorzugehen.»

    Kritik von Opfervertretern

    Während sich die Stimmen, die Austins neuerliche Entscheidung loben, mehren, gibt es jedoch auch Kritik. So zeigt sich unter anderem Brett Eagleson, Präsident der Opfervereinigung 9/11 Justice, öffentlich irritiert von den Vorgängen. Er erklärte:

    «Wir sind entsetzt (...), dass unsere Familien nicht (...) über den Vergleich oder seine spätere Aufhebung informiert wurden. Diese Monster müssen gezwungen werden, alle Informationen, die sie über die Anschläge haben, preiszugeben und (...) voll zur Verantwortung gezogen werden. Es geht nicht nur um Bestrafung, sondern um die Aufdeckung der ganzen Wahrheit.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5619 (nicht angemeldet)

    Wieso ist eigentlich vor rund 2 Jahre die Uranmunition in die Luft?

    User #5535 (nicht angemeldet)

    Der Weg der Aufklärung führt ueber Robert F Kennedy Jr.

    Weiterlesen

    3 Interaktionen
    Todesstrafe entgehen
    USA 9/11
    29 Interaktionen
    Hinterbliebene empört
    9/11 Gedenktag
    22 Jahre später
    Quickline
    14 Interaktionen
    Tipps für den Alltag

    MEHR IN NEWS

    Waltensburg/Vuorz GR
    Waltensburg/Vuorz GR
    Zug Kollision
    1 Interaktionen
    Madrid
    Katy Perry
    1 Interaktionen
    Los Angeles

    MEHR 9/11

    19 Interaktionen
    Washington
    cyber
    Cyber-Alarm
    9/11
    8 Interaktionen
    25 Jahre nach 9/11
    09/11
    25 Jahre 9/11

    MEHR AUS USA

    Voto Latino
    30 Interaktionen
    Latinos & Co.
    Selma Blair
    3 Interaktionen
    New York
    g20
    48 Interaktionen
    G20-Gipfel
    g20
    10 Interaktionen
    Atlanta