Trump: Zölle von 25 Prozent für Länder mit Iran-Geschäften
Donald Trump verschärft den wirtschaftlichen Druck auf den Iran – und riskiert dabei einen neuen globalen Handelskonflikt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA verhängen 25 Prozent Strafzoll auf Länder, die weiterhin mit dem Iran handeln.
- China, Indien, die Emirate und die Türkei wären von der Massnahme besonders betroffen.
- Für chinesische Waren könnten die US-Zölle auf mindestens 45 Prozent steigen.
US-Präsident Donald Trump hat neue Strafzölle gegen Länder angekündigt, die weiterhin mit dem Iran Geschäfte machen. Betroffen wären damit auch grosse Handelspartner wie China, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.
Trump erklärte auf seiner Plattform «Truth Social», dass ab sofort ein pauschaler Zoll von 25 Prozent auf sämtliche Geschäfte mit den USA erhoben werde, sofern ein Land gleichzeitig mit der «Islamischen Republik Iran» Handel treibt. Der Entscheid sei «endgültig und unanfechtbar».
Welche Länder und Waren konkret betroffen sind, blieb zunächst offen. Das Weisse Haus wurde um weitere Details zur Umsetzung gebeten.
China könnte besonders stark betroffen sein
Besonders stark könnte die Massnahme China treffen, das sowohl für die USA als auch für den Iran ein zentraler Handelspartner ist. Für chinesische Waren würde sich der effektive Zollsatz damit auf mindestens 45 Prozent erhöhen – zusätzlich zu den bereits bestehenden Abgaben von 20 Prozent.
Erst im vergangenen Jahr hatten die USA und China nach monatelangen Verhandlungen ihre Zölle deutlich gesenkt, nachdem ein eskalierender Handelskonflikt die globalen Finanzmärkte stark belastet hatte. Zwischenzeitlich hatten die amerikanischen Strafzölle auf chinesische Produkte bis zu 145 Prozent erreicht.
Neben China zählen auch Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern des Iran. Trumps neuer Vorstoss droht damit weit über Teheran hinaus spürbare Folgen für den Welthandel zu haben.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident zu solchen «indirekten» Zöllen greift. Trump hatte im Ukraine-Krieg bereits Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien im Zusammenhang mit Käufen russischem Erdöls durch das Land verhängt. Zusätzliche Zölle gegen China könnten unterdessen den Handelskonflikt zwischen Peking und Washington nach relativer Ruhe wieder aufbauschen.
Iranerinnen und Iraner demonstrieren seit mehr als zwei Wochen
Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen eine landesweite Dimension angenommen.
In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.
Trump hatte den Demonstranten öffentlich den Rücken gestärkt und die iranische Regierung vor Repressionen gewarnt. Am Wochenende sagte er vor Journalisten, dass die Regierung in Teheran verhandeln wolle.












