Die Ozeane werden von Plastikmüll verschmutzt. The Ocean Cleanup hat in einer Testphase 29 Tonnen Plastikmüll auf der Meeresoberfläche eingesammelt.
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Boyan Slat von «The Ocean Cleanup» im Hafen von Rotterdam. - ANP/AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Plastikmüll-Fänger The Ocean Cleanup möchte die Weltmeere vom Plastikmüll befreien.
  • In einer Testphase wurden nun 29 Tonnen Plastikmüll auf der Meeresoberfläche eingesammelt.

Tonnen von Plastikmüll verschmutzen die Ozeane. Mit dem Projekt Ocean-Cleanup will ein junger Niederländer dagegen angehen. Es gab Fehlschläge und Kritik. Doch nun ist eine Testphase abgeschlossen.

Bei neun Einsätzen habe das System knapp 29 Tonnen Plastikmüll auf der Meeresoberfläche eingesammelt. Dies teilt die Organisation im kanadischen Victoria mit.

Für ihn sei dieser erfolgreiche Test der Beweis, dass die Technologie funktioniert. Und dass damit die Ozeane von Müll gereinigt werden können. Dies sagte der Initiator und Leiter der Organisation, der Niederländer Boyan Slat.

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UN-Generalsekretär spricht bei Ozeankonferenz von «Nostand» der Meere. (Symbolbild) - dpa

Ende Juli war das überarbeitete System mit dem Spitznamen «Jenny» von Kanadas Westküste zum Great Pacific Garbage Patch ausgelaufen.

In diesem Strömungswirbel im Pazifik sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln. Der Müllfänger von «The Ocean Cleanup» ist eine 800 Meter lange Netzkonstruktion. Diese wird von zwei Schleppern in U-Form langsam durchs Wasser gezogen. Der Kunststoffabfall, der sich darin sammelt, wird auf die Schiffe geladen und an Land recycelt. 

The Ocean Cleanup hat grosse Pläne

Nach Ende der Testphase sollte System 002 schon wieder in See stechen, teilte das Unternehmen mit. The Ocean Cleanup hat grosse Pläne: Demnach soll langfristig eine Flotte von zehn Reinigungssystemen mit einer Länge von je 2500 Metern im Einsatz sein. Alle fünf Jahre soll damit die Menge von Müll im Great Pacific Garbage Patch um die Hälfte abgebaut werden.

Der erste Müllfänger war im September 2018 von San Francisco aus gestartet. Die Anlage wurde jedoch bei ihrem Testeinsatz beschädigt und konnte den Müll nicht wie geplant festhalten. Bei der Entwicklung des Projekts, das von Unternehmen und Universitäten unterstützt wird, gab es viele Fehlschläge. Zudem gibt es Kritik an der Effektivität und der Nachhaltigkeit des Systems.

Nur ein kleiner Beitrag zur Reinigung der Meere

Einer 2020 veröffentlichen Studie zufolge, können schwimmende Barrieren, die Plastik sammeln, nur einen kleinen Beitrag zur Reinigung der Meere leisten. «Wir müssen dringend überdenken, wie wir Plastik produzieren, konsumieren und entsorgen und wie wir nachhaltige Alternativen vorantreiben können». Dies sagte der Mitautor der Studie, Agostino Merico vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen.

Neben der Reinigung seien vorbeugende Massnahmen wichtig, sagte Slat am Mittwoch. Er verwies auf Abfangvorrichtung in Flüssen, um den Zustrom von Plastikmüll in die Meere zu begrenzen. «Ocean Cleanup» betreibe schon vier derartige «Interceptor»-Müllfänger, unter anderem in Indonesien und Malaysia.

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