Das Leben des Amok-Schützen von Texas war von Hass und Rachegelüsten geprägt. Das zeigt eine Analyse seiner Social-Media-Konten.
Massaker
Menschen gedenken der Opfer des Massakers in Texas. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Salvador Ramos (†18) hat am Dienstag in einer US-Schule ein Blutbad angerichtet.
  • Der Jugendliche hat 19 Kinder und zwei Erwachsene erschossen und wurde daraufhin getötet.
  • Sein kurzes Leben stand im Zeichen von Hass und Gewaltfantasien.

Noch immer sitzt der Schock tief. Am Dienstag ist ein Jugendlicher im US-Bundesstaat Texas in eine Primarschule eingedrungen und tötete 21 Menschen. Er selbst wurde wenig später im Alter von 18 Jahren von Einsatzkräften getötet.

Ermittler gehen nicht davon aus, dass Salvador Ramos eine Erklärung für seine Tat hinterlassen hat. Bekannt ist, dass er ein Einzelgänger war, gemobbt wurde. Einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt des Täters geben aber nun seine Social-Media-Konten.

Immer mehr Nachrichten des Amokläufers tauchen auf und zeigen: Online fiel der Teenager schon lange vor seiner Horrortat auf. Seine Chatverläufe sind voll von boshaften, hasserfüllten Kommentaren.

«Verdienen es, vergewaltigt zu werden»

Besonders aktiv war Ramos auf der Social-App Yubo. Dort tauschte er sich auch mit einer 15-jährigen Deutschen aus, der er kurz vor dem Massaker noch schrieb.

Massaker
Auf Social Media fiel Ramos mit Waffenbildern und aggressiven Nachrichten auf.
Waffen
Auf Instagram markierte er offenbar eine zufällige Nutzerin in einem Waffenbild.
Ramos
Besonders gegenüber Frauen verhielt der Schütze sich im Netz aggressiv.

Auch ein anderes Mädchen kontaktierte er über die App. Ihr schrieb er: «Hey, ich würde dich vergöttern – würdest du mich lassen?» Als sie nicht sofort anwortet, ändert sich sein Ton. «Geh und spring von einer Brücke.»

In einer Audio-Chatgruppe auf der App erklärte er wiederum: «Ich schätze, jeder verdient es, vergewaltigt zu werden.» Einige Yubo-User geben laut «Sky News» auch an, Ramos habe in Livestreams Tiere gequält. Auf Instagram postete er Bilder von seinen Gewehren und verlinkte offenbar zufällige Userinnen darin.

Tat trotz Hass-Nachrichten nicht vorhersehbar

Hätte man das Massaker anhand der Nachrichten voraussehen müssen? «Man kann schlecht sagen, Warnsignale seien hier verpasst worden», erklärt Experte Daniel Allington zu «Sky News». Er ist spezialisiert auf soziale Medien und ihre Verbindung mit Hass und Gewalt.

«Viele junge Männer, die sozial isoliert leben, posten Drohungen und aggressive Nachrichten auf Social Media.» Doch nur wenige von ihnen würden die Drohungen auch ernst meinen und tatsächlich umsetzen.

Haben Sie auch schon Online-Hassnachrichten erhalten?

Auffällig: Besonders gegenüber Frauen hat sich Ramos im Netz aggressiv verhalten. Derzeit wird aber nicht davon ausgegangen, dass der Schütze Teil der Frauenhasser-Bewegung Incel war.

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