Republikaner haben Joe Biden im Konflikt um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 vor einem «Deal durch die Hintertür» mit Deutschland gewarnt.
Schlepper ziehen das russische Rohr-Verlegeschiff «Akademik Tscherski» aus dem Seehafen Wismar Richtung Ostsee. Foto: Jens Bü?ttner/dpa-Zentralbild/dpa
Schlepper ziehen das russische Rohr-Verlegeschiff «Akademik Tscherski» aus dem Seehafen Wismar Richtung Ostsee. Foto: Jens Bü?ttner/dpa-Zentralbild/dpa - sda - Keystone/ZB/Jens Büttner
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Das Wichtigste in Kürze

  • Republikanische Abgeordnete warnen vor einem Hintertür-Deal beim Projekt Nord Stream 2.
  • Sie befürchten, die Regierung plane eine Abmachung mit Deutschland.

Auf starke Äusserungen der Regierung gegen die Pipeline seien keine ebenso starken Massnahmen gefolgt. Dies beklagten die Republikaner in einem am Montag veröffentlichten Brief an Aussenminister Antony Blinken. «Wir befürchten, dass diese Diskrepanz nur durch den Wunsch erklärt werden kann, Raum für einen Deal durch die Hintertür mit Deutschland zu lassen. Jede Abmachung, die die Fertigstellung von Nord Stream 2 nicht stoppt, wäre fehlgeleitet.»

Republikaner fordern Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen

Die Republikaner forderten Blinken auf, weitere an dem Projekt beteiligte Unternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen. Bislang haben die USA wegen Nord Stream 2 lediglich Sanktionen gegen das russische Unternehmen KVT-RUS verhängt, das das Verlegeschiff Fortuna betreibt - diese Strafmassnahmen hatte die Regierung des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit im Januar noch verkündet.

nord stream 2
Blick auf das Rohrende der Ostseepipeline «Nord Stream 2» an der Empfangsstation in Lubmin (D). - dpa

Das Unternehmen und das Schiff wurden auch in einem kürzlich an den Kongress übermittelten Bericht der neuen Regierung ausdrücklich erwähnt. Weitere Unternehmen wurden darin aber entgegen der Erwartungen nicht mit Strafmassnahmen belegt oder bedroht, was die Republikaner kritisieren.

Angst vor zu grossem Einfluss Russlands

Die Republikaner vermuten offenbar, dass die Biden-Regierung auf weitere Sanktionsandrohungen verzichten könnte, wenn Deutschland Zusagen machen würde - etwa Investitionen in die europäische Energieinfrastruktur versprechen würde. Eine solche Absprache würde nicht nur die Sicherheitsinteressen der USA und Europas untergraben, sondern auch einen Affront gegen den US-Kongress darstellen, heisst es in dem Brief an Blinken.

Antony Blinken, Coronavirus
Antony Blinken, der Aussenminister der USA, hat das Coronavirus erwischt. - AFP

Man unterstütze die Bemühungen, die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland wiederzubeleben. Bei Nord Stream 2 gehe es aber nicht nur um ein «Ärgernis» in den Beziehungen mit Berlin, sondern um ein Projekt, über das Russland seinen Einfluss vergrössern wolle.

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