Explosion

Nord-Stream-Explosion: USA-Beteiligung ist «unwahrscheinlich»

Anna-Lena Burkard
Anna-Lena Burkard

Deutschland,

Der US-Journalist Seymour Hersh beschuldigt die USA, die Nord-Stream-Pipeline sabotiert zu haben. Der Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom dementiert.

Nord Stream russischer schiffe
Gas entwich im September 2022 aus mehreren Lecks bei den Nord-Stream-Pipelines. - DANISH DEFENCE/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der US-Reporter Hersh schiebt die Schuld für die Nord-Stream-Explosion den USA zu.
  • Der Geheimdienst-Experte Schmidt-Eenboom hält der angeblichen Enthüllung jedoch entgegen.
  • Eine Beteiligung der USA sei «unwahrscheinlich».

Im September sorgten vier Explosionen für mehrere Lecks in der Nord-Stream-Pipeline. Bald darauf war klar: Es war Sabotage – und Russland wurde ins Visier genommen.

Doch jetzt sollen plötzlich die USA Schuld an der Sprengung sein. Zumindest nach Ansicht des US-Journalisten und Pulitzer-Preis-Gewinners Seymour Hersh.

Seymour Hersh
Der renommierte US-Journalist Seymour Hersh. (Archivbild) - Keystone

Bei den scheinbar brisanten Enthüllungen stützt sich der 85-Jährige auf nur eine einzelne Quelle. Das wirft Zweifel auf – auch bei Erich Schmidt-Eenboom: «Eine Quelle ist keine Quelle», sagt der deutsche Geheimdienst-Experte zu Nau.ch.

USA profitieren ohnehin von Lieferstopp

Dass die USA für die Sprengung der Pipeline verantwortlich seien, hält der Friedensforscher nach wie vor für «unwahrscheinlich». Dies, «weil die USA die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 politisch hätten verhindern können».

Doch wäre die Sprengung den USA nicht zugutegekommen? Schmidt-Eenboom erklärt: «Rein theoretisch hätten die USA vom Absatz von Frackinggas profitieren können. Aber das tun sie durch den russischen Lieferstopp doch ohnehin.»

Auch die CIA hält wenig von Hershs Theorie. Zumal der amerikanische Geheimdienst selbst beschuldigt wird, an der Pipeline-Sprengung beteiligt gewesen zu sein. Die Behauptungen des Journalisten, der bereits durch fragwürdige Recherchen auffiel, seien «völlig und vollkommen falsch», sagte ein Sprecher.

Kommt hinzu: Hershs Artikel konnte nicht bei einer grossen Zeitung veröffentlicht werden. Die angebliche Enthüllung publizierte der Journalist auf seiner eigenen Webseite. Wenig überraschend schenkt Putin dessen Theorie Glauben. Jetzt fordert der Kreml eine internationale Aufklärung des Vorfalls.

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