Kamala Harris

    Niederlage von Kamala Harris: Deshalb verloren die Demokraten

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    USA,

    Kamala Harris unterlag Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl überraschend deutlich. Experten sehen verschiedene Gründe für die klare Niederlage.

    Kamala Harris
    Experten sehen mehrere Gründe für die überraschend deutliche Wahlniederlage von Kamala Harris. - Keystone

    Laut einer Analyse der «New York Times» verlor Harris bei mehreren demografischen Gruppen an Boden. Besonders auffällig war der Rückgang bei Latino-Wählern.

    «CNN» berichtet, dass nur 54 Prozent der Latinos für die Harris stimmten; das ist deutlich weniger als bei früheren demokratischen Kandidaten. Vor allem männliche Latinos hätten sich von Harris abgewandt.

    Latinas Trump Kamala Harris
    Insbesondere bei der lateinamerikanischen Wählerschaft hat Kamala Harris an Boden verloren. (Archivbild) - Keystone

    Experten sehen wirtschaftliche Gründe wie die Inflation, die viele Arbeiterfamilien stark belastet, für diese Entwicklung. Trump habe hier mit seinem Image als erfolgreicher Geschäftsmann punkten können, Harris sei es nicht gelungen, in Wirtschaftsfragen zu überzeugen.

    Mobilisierungsprobleme bei der Basis

    Auch bei anderen wichtigen Gruppen schwächelte Harris. «The Atlantic» analysiert, dass die Wahlbeteiligung junger Menschen deutlich niedriger ausfiel als 2020, viele blieben der Wahl fern.

    Hättest du gedacht, dass die US-Präsidentschaftswahl so deutlich ausgeht?

    Kamala Harris konnte die Begeisterung nicht entfachen, die Joe Biden 2020 ausgelöst hatte. Experten sehen darin ein grundsätzliches Problem und ein Zeichen, dass die Demokraten auch den Rückhalt in ihrer Kernwählerschaft verlören.

    Selbst bei schwarzen Wählern schnitt Harris schlechter ab als frühere Kandidaten, «Politico» zitiert hierzu einen Strategen: «Das ist ein Alarmsignal für die Partei.» Die Demokraten müssten ihre Botschaft überdenken.

    Image-Probleme bei Kamala Harris

    Analysten sehen auch persönliche Schwächen von Kamala Harris als Grund für die Niederlage. Laut «Washington Post» habe sie auf viele Wähler unnahbar und elitär gewirkt, während Trump mit seinem volksnahen Auftreten gepunktet habe.

    Kamala Harris
    Beobachtern zufolge habe Kamala Harris auf potenzielle Wähler unnahbar gewirkt. (Archivbild) - Keystone

    Zudem sei es Kamala Harris nicht gelungen, sich von Joe Bidens unpopulärer Präsidentschaft abzugrenzen. Zugleich habe sie kein eigenes Profil entwickelt, «Time» spricht diesbezüglich von einem «Spagat, der nicht gelang».

    Experten kritisieren zudem Harris' Wahlkampfstrategie, bei dem die stark auf das Thema Abtreibungsrechte setzte. Bei vielen Wählern dominierten aber wirtschaftliche Sorgen, die Trump besser adressiert habe.

    Fazit der Experten zur Wahlniederlage

    Insgesamt sehen Analysten ein Bündel von Gründen für Harris' Niederlage: Einerseits habe sie wichtige Wählergruppen an Trump verloren. Andererseits sei es ihr nicht gelungen, die eigene Basis zu mobilisieren.

    Donald Trump Kamala Harris
    Donald Trump lag in der Wählergunst um Längen vor Kamala Harris. (Archivbild) - Keystone

    Experten mahnen nun eine schonungslose Aufarbeitung an: Die Demokraten müssten ihre Strategie überdenken. Sonst drohe auch bei künftigen Wahlen eine Niederlage gegen Trump oder andere Republikaner.

    Die Partei stehe vor grossen Herausforderungen. Sie müsse neue Wege finden, um Wähler anzusprechen. Nur so könne sie bei kommenden Wahlen wieder erfolgreich sein.

    Ungewisse Zukunft

    Die Republikaner haben nun die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Trump kann auf breite Unterstützung im Kongress zählen.

    Experten erwarten eine Blockade demokratischer Initiativen. Die Demokraten haben derweil kaum Möglichkeiten, Trumps Agenda zu stoppen.

    Viele Beobachter befürchten eine weitere Polarisierung der amerikanischen Politik. Die nächsten Jahre könnten von harten Auseinandersetzungen geprägt sein.

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    Kommentare

    User #2746 (nicht angemeldet)

    Es war schon vor Wochen klar, wer gewinnen wird, falls man nicht wieder an den Zahlen rum frisiert.

    User #2746 (nicht angemeldet)

    Hat man uns doch bis knapp vor der Siegesverkündung stündlich und gebetsmühleartig gesagt, es sei ein sehr knappes Kopf- an Kopf Rennen. Wer das jemals geglaubt hat, liest zu einseitige Medien.

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