Nicolás Maduro: Eigene Leute sollen ihn ausgeliefert haben
Ein brisanter Bericht legt nahe, dass der langjährige Machthaber von Venezuela, Nicolás Maduro, nicht nur gestürzt – sondern von Vertrauten verraten wurde.

Das Wichtigste in Kürze
- Berichte deuten darauf hin, dass Vertraute Maduros geheime Gespräche mit den USA führten.
- Im Fokus steht Rodríguez – sie wurde kurz nach der Festnahme als Präsidentin vereidigt.
- Venezuelas Behörden fahnden derzeit nach mutmasslichen Kollaborateuren im Inland.
Die Festnahme von Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro durch US-Elitetruppen erschüttert das Land. Während Maduro inzwischen in die USA ausgeflogen wurde, wächst in Venezuela der Zweifel an der offiziellen Darstellung eines reinen Militärschlags von aussen. Im Zentrum der Spekulationen steht ein möglicher Verrat aus den eigenen Reihen.
Laut einem Bericht des «Miami Herald» sollen bereits Monate vor der Festnahme geheime Gespräche mit US-Vertretern in Doha stattgefunden haben – ohne Maduro. Am Tisch gesessen hätten stattdessen seine engste Vertraute, Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, sowie ihr Bruder Jorge Rodríguez.
Demnach sei Washington eine «akzeptablere» Führung für Venezuela in Aussicht gestellt worden. In dem Bericht steht, das Rodríguez-Geschwisterpaar habe aktiv den Kontakt zu der US-Regierung gesucht. Das kolportierte Szenario: «Madurismo ohne Nicolás Maduro» – das System bleibt, der Diktator geht.
Wurde Nicolás Maduro von seiner Stellvertreterin verraten?
Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch der Ablauf der Ereignisse nach der Operation. Als US-Truppen zuschlugen, soll es kaum Widerstand gegeben haben. Kurz darauf wurde Delcy Rodríguez als neue Präsidentin vereidigt.
US-Präsident Donald Trump erklärte zunächst, die Vereinigten Staaten würden Venezuela während einer Übergangsphase faktisch führen – und signalisierte Offenheit für eine Zusammenarbeit mit Rodríguez.

Rodríguez galt ausserdem schon zuvor als eine der mächtigsten Figuren des Systems. Als Vizepräsidentin kontrollierte sie das Öl- und Finanzministerium sowie den staatlichen Ölkonzern PDVSA, das wichtigste wirtschaftliche Standbein des Landes. Für Washington machte sie das zu einer Schlüsselfigur für jegliche Neuordnung Venezuelas.
Der frühere kolumbianische Vizepräsident Francisco Santos Calderón geht noch weiter. Er ist überzeugt, Nicolás Maduro sei von seiner eigenen Stellvertreterin bewusst an die USA übergeben worden. Es habe keine klassische Absetzung gegeben, sondern eine gezielte Übergabe, sagte er.
Venezuela sucht nach Kollaborateuren des US-Angriffs
Unterdessen verschärft das verbliebene Machtgefüge in Caracas den Druck im Inland. Nach Maduros Festnahme ordnete die Regierung im Rahmen des Ausnahmezustands eine landesweite Fahndung nach mutmasslichen Kollaborateuren an. Alle Polizeibehörden sollten nach Personen suchen, die den US-Einsatz unterstützt hätten.
Mehrere US-Medien berichten zudem, dass das US-Militär auch bei der Operation direkte Hilfe vor Ort hatte. Demnach soll eine Person aus Maduros unmittelbarem Umfeld fortlaufend Informationen über seinen Aufenthaltsort geliefert haben.
Auch die Presse geriet ins Visier der Sicherheitskräfte. Nach Angaben des venezolanischen Journalistenverbands SNRP wurden zwischenzeitlich 14 Reporter festgenommen. Später seien alle wieder freigelassen worden.



















