Kinder, ab ins Gym! Was Eltern über Krafttraining wissen sollten
Krafttraining schadet Kindern und stoppt das Wachstum? Völlig falsch, im Gegenteil. Trainingswissenschaftler Alain Bartlome deckt den Mythos auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Mythos, Krafttraining schade dem Wachstum und sei gefährlich, ist völlig falsch.
- Krafttraining ist sicherer als viele andere Sportarten.
- Vorteile von Krafttraining für Kinder: Verletzungsprävention und höhere Knochendichte.
- THL bietet ab Mitte Januar 2026 wissenschaftlich fundiertes Know How zu Training an.
«Krafttraining für Kinder? Auf keinen Fall, das schadet dem Wachstum und ist total ungesund!» Diese Reaktion kennen viele Eltern und Trainer. Der Mythos sitzt tief: Krafttraining sei gefährlich für Kinder, belaste die Wachstumsfugen oder führe zu übermässigem Muskelwachstum
Doch die wissenschaftliche Realität sieht anders aus. «Professionell angeleitetes Krafttraining ist eine der sichersten und effektivsten Trainingsformen für Kinder und Jugendliche», sagt Alain Bartlome, Trainingswissenschaftler und Personal Trainer. «Die Datenlage ist so eindeutig, dass führende Sportmedizin-Organisationen weltweit Krafttraining für Kinder empfehlen.»

Der Wachstumsfugen-Mythos: widerlegt
Der grösste Angstfaktor: Krafttraining könne Wachstumsfugen schädigen. Diese Sorge kann mittlerweile abgelegt werden, meint Alain Bartlome. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Gut konzipiertes Kraft- und Athletiktraining stimuliert das Knochenwachstum sogar positiv.
«Die systematische Forschung zeigt ein komplett anderes Bild als die meisten Eltern im Kopf haben», erklärt Alain Bartlome. «Die American Academy of Pediatrics, das International Olympic Committee und die NSCA empfehlen sogar alle Krafttraining für Kinder ab dem Alter, ab welchem Anweisungen korrekt befolgt werden können – in der Regel ab 7-8 Jahren.»

Verletzungsrisiko: sicherer als Fussball
«Studien zeigen: Die Verletzungsrate beim betreuten Krafttraining liegt bei nur 0,055 pro 100 Trainings-Stunden – deutlich niedriger als bei vielen Teamsportarten.» Der Grund dafür: Professionell angeleitetes Krafttraining ist kontrolliert, progressiv und individuell steuerbar. «Ich will keineswegs von Teamsportarten bei Kindern abraten. Möchte lediglich die Augen öffnen. Mit korrekter Anleitung ist das Verletzungsrisiko bei Krafttraining minimal», fügt der Trainingswissenschaftler hinzu.
Die Benefits: Warum Kinder Krafttraining brauchen
1. Verletzungsprävention: Strukturiertes Krafttraining reduziert das Verletzungsrisiko im Sport um ein Vielfaches. «Viele Jugendverletzungen entstehen, weil die muskuläre Basis fehlt», erklärt der Trainingswissenschaftler.
2. Knochendichte: Die kritische Phase für Knochenaufbau: Kindheit und Jugend. «Die Knochendichte, die in jungen Jahren aufgebaut wird, kann dein Osteoporose-Risiko im Alter bestimmen», sagt Alain Bartlome. «Das ist eine Investition fürs Leben, ohne Wenn und Aber!»
3. Kraft und Koordination: Studien zeigen bei 10-12-Jährigen bereits nach 8 Wochen Krafttraining Verbesserungen von 30-40 Prozent in Krafttests, aber auch signifikante Fortschritte in Balance, Sprungkraft und Bewegungsqualität.
4. Selbstvertrauen: Kinder, die erleben, wie sie stärker werden, entwickeln Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen. «Das überträgt sich auf andere Lebensbereiche und kann ja nur positiv sein», sagt Alain Bartlome.

Ab wann und wie: Praktische Guidelines
Ab wann dürfen Kinder mit Krafttraining beginnen? Sobald sie Anweisungen verstehen und korrekt umsetzen können – meist ab 7-8 Jahren. «Das heisst nicht, dass ein Siebenjähriger schwere Kniebeugen machen soll», stellt der Experte und Vater eines 1,5-jährigen Sohnes klar.
Phase 1: Grundlagentraining (Mädchen: 7/8 bis 8/9. Jungs: 7/8 bis 9/10 Jahre): Motorisches «Lernen» mit Körpergewicht. Fokus auf Technik und spielerischen Elementen. Gleichgewichts- und Koordinationstraining. Erhöhung des Trainingsvolumens und Übungskomplexität, bevor Intensität gesteigert wird.
Phase 2: Aufbautraining (Mädchen: 8/9 bis 10/11. Jungs: 9/10 bis 12/13 Jahre): Strukturiertes Krafttraining (mit eigenem Körpergewicht oder Zusatzgewicht). Freihanteltraining mit Technikfokus.
Phase 3: Anschlusstraining (Mädchen: 10/11 bis 18/19. Jungs: 12/13 bis 18/19 Jahre): Systematisiertes, periodisiertes Training mit steigenden Gewichten. «Für leistungsorientierte Jugendliche ist dies die Phase, wo echte athletische Entwicklung stattfindet.»
Supervision ist der Schlüssel
Experten-Wissen statt Mythen und Google-Suche: Das THL-Netzwerk
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· Evidenzbasierter Ansatz: Wir räumen mit Mythen auf
· Technik vor Intensität: Spezielle Programme zur Verbesserung der Koordination, Körperhaltung und Knochendichte bei jungen Athleten.
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Das wichtigste Element: qualifizierte Betreuung. «Ein Kind sollte niemals allein mit Gewichten trainieren», betont der Experte. «Aber mit einem kompetenten Coach ist Krafttraining nicht nur sicher, sondern extrem wertvoll. Ich hoffe, dass diese Einstellung in den kommenden Jahren bei sämtlichen Eltern eingeprägt ist!»
«Krafttraining sollte ab der 4. oder 5. Klasse fester Bestandteil des Sportunterrichts in der Schule sein!» fügt der Experte hinzu. «Gebt euren Kindern die Chance, stark zu werden», sagt Alain Bartlome. «Nicht für Muskelmasse, sondern für körperliche und mentale Gesundheit, Athletik und Resilienz.»

Über den Autor
Alain Bartlome ist Inhaber der BARTLOME health GmbH, verfügt über einen Masterabschluss in Trainings-/Sportwissenschaften (mit Zusatzmodul: Krafttraining im Kindes- und Jugendalter), ist zertifizierter Strength & Conditioning Specialist (CSCS, NSCA USA), Konditionstrainer Swiss Olympic und diplomierter Ernährungsberater.
Aktuell befindet sich zudem seine Forschungsarbeit über Hüftbeweglichkeit und Sprintleistung bei jugendlichen Elite Eishockeypielern im internationalen Publikationsprozess.
Als ehemaliger Profispieler und Personal Trainer in Bern trainiert er mit seinem Team in einem privaten Gym Profisportler, Kinder/Jugendliche sowie ambitionierte Freizeitsportler, führt Ernährungsberatungen durch und entwickelt evidenzbasierte Online-Trainingsprogramme.







