Mitarbeiter des Weissen Hauses wettete auf Trump-Reden
Ein Mitarbeiter des Weissen Hauses wettete auf Trumps Reden und verdiente so 100’000 Dollar. Es ist davon auszugehen, dass er die Texte vorab kannte.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Teleprompter-Bediener wettete auf die Reden von Donald Trump.
- Er setzte Geld darauf, dass ein spezifisches Wort gesagt oder ein Thema angesprochen wird.
- Einer Wett-Plattform fielen die Geschäfte auf, sie wurden der Handelsaufsicht gemeldet.
Der Mitarbeiter des Weissen Hauses, der den Teleprompter von Donald Trump bedient, steht im Verdacht, mit Wetten auf Worte in Reden des US-Präsidenten Geld auf einer Vorhersage-Plattform verdient zu haben. Er sei zunächst ohne Bezahlung beurlaubt worden, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bei einer Pressekonferenz. Trump sei unterrichtet worden und denke, es sei «zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande».
Auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Polymarket ist in den USA nicht zugelassen, Kalshi wird wie eine Börse mit Terminkontrakten von der Handelsaufsicht CFTC reguliert – was wiederum umstritten ist.

Kalshi lässt die Nutzer unter anderem Geschäfte auf die Wahrscheinlichkeit abschliessen, dass bei einem Event bestimmte Worte oder Sätze fallen oder ein Thema angesprochen wird. Der Teleprompter-Bediener habe davon bei Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar sowie bei anderen Auftritten des Präsidenten Gebrauch gemacht. Dies berichtete der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen mit Kenntnis der CFTC-Ermittlungen.
Nicht der erste Fall von Insider-Trading
Er habe damit mehr als 100’000 Dollar (aktuell rund 87’400 Euro) verdient. Es ist davon auszugehen, dass er vorab Kenntnis vom Text der Rede hatte.
Kalshi-Manager Robert DeNault schrieb auf der Online-Plattform X, dass die Geschäfte dem Dienst aufgefallen seien und man die CFTC selbst eingeschaltet habe. Leavitt sagte, im Weissen Haus gebe es «strikte Ethik-Richtlinien», aufgrund derer solche Geschäfte verboten seien.
Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Im April warf das US-Justizministerium einem Soldaten vor, auf der Plattform Polymarket über 400’000 Dollar mit geheimem Wissen über Pläne zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro Anfang Januar verdient zu haben.












