Medien: Höchste US-Diplomatin in der Ukraine tritt zurück
Die ranghöchste Vertreterin der USA in der Ukraine, Julie Davis, gibt Medienberichten zufolge ihren Posten nach weniger als einem Jahr auf.

Die Diplomatin werde ihren Dienst in Kiew im Juni beenden und anschliessend in den Ruhestand gehen, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf das US-Aussenministerium. Genauere Angaben zum Zeitpunkt ihres Rückzugs und zu einer Nachfolge gab es zunächst nicht.
Davis' Abgang fällt in eine Phase festgefahrener Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Berichte über einen Rücktritt aus Unzufriedenheit mit US-Präsident Donald Trump wies das Ministerium zurück. Es sei «falsch zu behaupten», die Diplomatin trete «wegen Meinungsverschiedenheiten» mit Trump zurück.
Die «Financial Times» hatte unter Berufung auf drei mit der Entscheidung vertraute Personen berichtet, Davis sei wegen Differenzen mit Trump über dessen nachlassende Unterstützung für die Ukraine «zunehmend frustriert» gewesen und wolle ihre mehr als drei Jahrzehnte lange Karriere beenden.
Davis ist keine vom Senat bestätigte Botschafterin, sondern Geschäftsträgerin («Chargé d’Affaires») und damit ranghöchste Vertreterin der USA in Kiew.
Seit 2023 ist Davis zugleich als Botschafterin in Zypern akkreditiert. Laut «FT» fühlte sie sich überrumpelt, als sie aus Medien erfuhr, dass Trump John Breslow als neuen Zypern-Botschafter nominieren wollte.
In beiden Amtszeiten Trumps gab es Schwierigkeiten bei der Besetzung des Botschafter-Postens in Kiew. 2019 wurde die damalige Botschafterin Marie Yovanovitch vorzeitig abberufen. Davis' Vorgängerin, die Demokratin Bridget Brink, war 2022 kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs von Präsident Joe Biden nominiert worden und schied nach drei Jahren aus dem Amt.
Im Interview mit CNN kritisierte Brink, die Trump-Regierung habe vor allem Druck auf die Ukraine ausgeübt statt auf Russland. Der Eklat im Oval Office, bei dem Trump und sein Vize JD Vance den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras zurechtgewiesen hatten, sei «erschreckend» gewesen. Zudem habe sich die Rhetorik geändert: Statt vom «russischen Angriffskrieg in der Ukraine» sei zunehmend von einem «Russland-Ukraine-Krieg» die Rede gewesen.










