Wie kurz dürfen oder sollten Shorts bei Männern sein? Die Frage trägt nicht nur Prada fürs kommende Jahr auf die Bühne, sondern auch schon der Sommer 2021 an den Beinen.
Bei der Mailänder Modewochen präsentieren Models die «short short» - Kreation von Pradas Kollektion Frühjahr/Sommer 2022 am Strand. Foto: Fashionpps/ZUMA Wire/dpa
Bei der Mailänder Modewochen präsentieren Models die «short short» - Kreation von Pradas Kollektion Frühjahr/Sommer 2022 am Strand. Foto: Fashionpps/ZUMA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Mode-Label Prada und seine Verantwortlichen Miuccia Prada (73) und Raf Simons (53) haben soeben bei der Mailänder Männermodewoche sehr kurze kurze Hosen für Frühling und Sommer 2022 vorgestellt.

In den USA und Grossbritannien werden «short shorts» aber auch schon diesen Sommer heiss debattiert; gern auch mit dem Motto «Sommer der Männeroberschenkel» - sprich #thighguysummer. Gut definierte Oberschenkel gelten manchen Modeexperten als der neue Waschbrettbauch («Legs are the new abs»).

Oberschenkel als neues Statussymbol

Nach einem Jahr in Schlabberlook und Jogginghose in Zoom-Meetings gehe es nun um schicke Beine in knappen Höschen mit fünf Zoll Schrittlänge (5 inch inseam, also etwa 13 Zentimeter Innennaht/Schrittlänge). Die zitierte einen Personal Trainer, der behauptete, dass Männer nach Armen, Schultern und Brustpartie nun die Oberschenkel zum Statussymbol trainierten.

Den Hype im angelsächsischen Raum löste in erster Linie ein in Los Angeles geschossenes Paparazzi-Foto des Schauspielers («This is us») aus. Er kam mit sehr kurzer Hose aus dem Fitnessstudio. Das führte zu vielen Posts und weiblichen sowie schwulen Fantasien bei Twitter, TikTok und Instagram.

Ventimiglia (43) selbst äusserte sich später, er sei doch bloss ein Mann gewesen, der aus dem Gym komme. Und die Hose sei gar nicht so kurz, er kremple sie aber gerne um für mehr Bewegungsfreiheit.

Beinfreiheit als sexuelle Belästigung?

Der britische «Guardian» sieht bei der Debatte über Männerbeine und einen kurzen Schritt auch die Frage berührt, inwieweit Männer sich aufreizend kleiden dürften. Schliesslich seien männliche Körper und Sexualität in jüngster Zeit allzu oft nur als problematisch und als Belästigung diskutiert worden. Man denke etwa an «MeToo».

Doch der «Guardian» gab auch Entwarnung. Wenn es, wie Ventimiglia betonte, nicht um Zeigelust gehe, sondern einfach nur um Aktivität («He's not being sexy, he's just doing things»), dann sei das doch ein Fortschritt. Mit den Beinen stehe man im Leben, starke Beine schützten vor Verletzungen und gäben Halt. Hübsche Beine seien in der langsam entspannteren Corona-Pandemie-Phase vielleicht auch Symbol dafür, dass man wieder aktiver und in Bewegung sein könne.

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