Weil er aus dem Gefängnis aus mutmasslich die Präsidentenwahl in Peru manipulieren wollte, wird der Ex-Geheimdienstchef Perus in ein anderes Gefängnis verlegt.
Vladimiro Montesinos
Der inhaftierte Ex-Spionagechef Vladimiro Montesinos zeigt auf die Presse und schreit während einer Anhörung des Untersuchungsausschusses des Kongresses in einem Hochsicherheitsgefängnis der Marine in Callao, außerhalb von Lima, in diesem Bild vom 3. September 2001. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen mehrerer Vergehen verbüsst der Ex-Geheimdienstchef Perus eine Gefängnisstrafe.
  • Weil mittels Telefonaten die Präsidentenwahl manipulieren wollte, wurde er nun verlegt.
  • Neu sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ancón II.

Nach mutmasslichen Manipulationsversuchen bei der Präsidentenwahl in Peru ist der inhaftierte ehemalige Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos in ein anderes Gefängnis verlegt worden.

Er sei von der Marinebasis Callao in das Hochsicherheitsgefängnis Ancón II verlegt worden, teilte Präsident Pedro Castillo am Mittwoch mit.

Montesinos soll nach der jüngsten Präsidentenwahl verbotenerweise 17 Telefonate aus seiner Zelle geführt haben. Dabei soll er versucht haben, Mitglieder des Wahltribunals zugunsten der Rechtspopulistin Keiko Fujimori zu bestechen.

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Pedro Castillo winkt während der Zeremonie zu seiner Amtseinführung im Kongress. - DPA

Das Wahltribunal prüfte auf Antrag des Fujimori-Lagers eine ganze Reihe von Wahlbetrugsvorwürfen. Letztlich gewann der Linkskandidat Castillo knapp gegen die Tochter des autoritären Ex-Machthabers Alberto Fujimori.

Montesinos ordnete «soziale Säuberungen» in Armenvierteln an

Montesinos galt während der Amtszeit von Fujimori (1990-2000) als graue Eminenz im Peru. Er führte den Geheimdienst, verantwortete sogenannte soziale Säuberungen in den Elendsvierteln von Lima und koordinierte Schmutzkampagnen gegen politische Gegner. Ausserdem schaffte er Millionen US-Dollar auf ausländische Konten. Wegen einer Reihe von Vergehen verbüsst Montesinos derzeit eine 25-jährige Haftstrafe.

Bis zu seiner voraussichtlichen Freilassung 2026 soll er nun in der Haftanstalt Ancón II bleiben. «Kein Häftling bekommt eine Vorzugsbehandlung. Wir werden nicht zulassen, dass man sich über die Sicherheitsmassnahmen der Gefängnisse hinwegsetzt, um weiter Verbrechen zu begehen», schrieb Präsident Castillo auf Twitter.

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