Ärzte beobachten schon länger, dass Covid-19 die kognitive Leistung beeinträchtigen kann. Welche Patienten dies besonders betrifft, klärt nun eine US-Studie.
Patienten mit einem schweren Covid-19-Verlauf leiden häufiger unter kognitiven Langzeitfolgen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Patienten mit einem schweren Covid-19-Verlauf leiden häufiger unter kognitiven Langzeitfolgen. Foto: Daniel Karmann/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Studie aus den USA untersucht den Zusammenhang von Gedächtnisverlust und Long-Covid.
  • Menschen mit schweren Verläufen sind anfälliger sind für Gedächtnisprobleme.
  • Fast jeder vierte Mensch bei der Studie hatte Schwierigkeiten, sich an etwas zu erinnern.

Kognitive Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung scheinen gemäss einer neuen Studie vermehrt nach schwereren Verläufen der Krankheit aufzutreten.

In den USA wurde gezeigt, dass ehemalige Patienten mit einem Corona-Klinikaufenthalt um ein Vielfaches häufiger von der Krankheit betroffen waren. Verglichen wurde mit Menschen, die ambulant behandelt wurden. Die Untersuchung wurde im Fachblatt «Jama» veröffentlicht.

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Ein Patient mit Coronavirus liegt im Spital. - Keystone

Besonders starke Unterschiede gab es bei Wortfindungsstörungen: Diese traten bei 13 Prozent der ambulanten Patienten, aber bei 35 Prozent der im Krankenhaus Behandelten auf. Bei Aufmerksamkeitsproblemen waren es 5 und 15 Prozent. Das Erinnerungsvermögen war bei 12 Prozent der ambulanten und 39 Prozent der Patienten mit Klinikaufenthalt beeinträchtigt.

Die Langzeitfolgen von Covid-19 sind nur ein Teil neben mehreren Beschwerden

Die Studie wurde mit Daten von 740 Covid-19-Patienten erstellt, die bei der US-Krankenhausgruppe Mount Sinai registriert waren. 63 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Insgesamt litten die Patienten am häufigsten unter Problemen damit, sich etwas zu Merken oder etwas zu Erinnern. Dies betraf jeweils fast jeden vierten Menschen der Studie.

Hochrisikogebiete
Menschen in einem Forschungslabor. - Keystone

Danach folgten etwa Wortfindungsstörungen oder eine generell langsamere Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Informationen. Die Studie erfasste keine Erkrankten ohne Kontakt zu medizinischem Personal.

Die kognitiven Langzeitfolgen von Covid-19 sind Teil einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Beschwerden, mit denen ehemalige Corona-Patienten zu kämpfen haben. Über 200 Symptome sind damit assoziiert. Es gibt viele Überschneidungen zu Erkrankungen, die schlecht fassbar sind - beispielsweise zu Depressionen und psychosomatischen Krankheitsbildern. Die Übergänge sind fliessend.

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