FBI: Direktor laut Bericht wegen Alkohol manchmal nicht erreichbar
Hat der Direktor des FBI ein Alkoholproblem? Ein US-Medienbericht unterstellt Kash Patel genau das. Der FBI-Boss will nun vor Gericht ziehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Kash Patel trinkt laut einem US-Medienbericht regelmässig exzessiv Alkohol.
- Letztes Jahr habe man den FBI-Direktor mehrmals kaum wecken können.
- Zudem agiere der Trump-Loyalist häufig vorschnell und ohne ausreichende Beweise.
- Patel bestreitet die Vorwürfe und will die Journalistin vor Gericht ziehen.
Für seine zweite Amtszeit als US-Präsident hat Donald Trump Kash Patel als Direktor des FBI auserkoren. Die Wahl war von Anfang an umstritten – doch Patel wurde vom US-Senat mit 51 zu 49 Stimmen bestätigt.
Der loyale Trump-Unterstützer stand seit dem Amtsantritt vor über einem Jahr mehrmals in der Kritik. Nun zeichnen mehr als zwei Dutzend Personen, die mit Patel zu tun hatten, gegenüber «The Atlantic» ein Bild, das den FBI-Direktor nicht gut aussehen lässt.
Misstrauen im FBI – und exzessiver Alkoholkonsum
Am 10. April habe sich Patel nicht in ein internes Computersystem einloggen können und sofort geglaubt, er sei entlassen worden. Laut neun Personen, die mit dem Vorfall vertraut sind, rief er in Panik Mitarbeitende und Verbündete an.
Das Weisse Haus soll in der Folge Anrufe aus dem FBI und vom Kongress erhalten haben. Die Frage: Wer leitet die US-Bundespolizei fortan? Doch wenig später war offenbar klar, dass es sich nur um einen technischen Fehler handelte.
Der Vorfall zeigt laut den Quellen ein Muster: Patel reagiere vorschnell, ziehe Schlüsse ohne ausreichende Beweise und sei misstrauisch gegenüber seinem eigenen Umfeld.
Mehrere aktuelle und frühere FBI-Mitarbeitende schildern zudem, dass Patel wiederholt stark betrunken aufgetreten sei.
Der Alkoholkonsum habe sich etwa in einem privaten Club in Washington oder am Wochenende in Las Vegas ereignet. Beide Orte soll Patel regelmässig besuchen, teils in Begleitung von Mitarbeitenden des Weissen Hauses.
Infolge seines Alkoholkonsums seien bereits Sitzungen und andere Termine auf spätere Tageszeiten verschoben worden. Dabei soll es aber nicht geblieben sein: Gemäss «The Atlantic» konnten Mitglieder seines Sicherheitsteams den FBI-Direktor mehrfach kaum wecken.
Laut mehreren Personen wurde deshalb sogenanntes «Aufbruchwerkzeug» angefordert, um verschlossene Türen, hinter denen sich Patel befinden könnte, schnell aufzubrechen. Solches Material wird üblicherweise bei Sondereinsätzen verwendet.

Im Februar machte der Direktor des FBI Schlagzeilen, als er den Olympia-Goldmedaillengewinn der amerikanischen Eishockeymannschaft in Mailand mit Bier feierte.
Patels Abwesenheit erhöhe die Gefahr
Patel ist laut mehreren Mitarbeitenden oft auch schwer erreichbar oder abwesend. Dies habe dazu geführt, dass sich zeitkritische Entscheidungen verzögerten.
Ein früherer Geheimdienstmitarbeiter beschreibt die Lage im FBI als besorgniserregend. Durch freiwillige Abgänge und von Patel angeordnete Entlassungen fehle es an erfahrenem Personal.
Das habe Folgen: Es fehle zunehmend an notwendigem Erfahrungswissen, um einen Terroranschlag zu erkennen und zu vereiteln.
Laut «The Atlantic» verdichteten sich zuletzt die Hinweise, dass Patels Posten wackelt. Führende Mitglieder der Trump-Administration sollen bereits über mögliche Nachfolger diskutieren.
Ein FBI-Mitarbeiter sagte diese Woche, man warte nur noch auf die offizielle Bestätigung, dass Patel abgelöst wird.
FBI-Direktor bestreitet Vorwürfe vehement
Konfrontiert mit den Vorwürfen gegen den Direktor, verwiesen das Weisse Haus und auch das Justizministerium auf die Erfolge des FBI unter Patels Führung.
Patel selbst schrieb nach der Veröffentlichung des Artikels am Freitagabend Ortszeit auf X an die Journalistin Sarah Fitzpatrick gerichtet: «Ich sehe Sie und ihre ganze Entourage aus falscher Berichterstattung vor Gericht. Aber machen Sie ruhig weiter mit den Fake News, der Tatbestand der böswilligen Absicht ist mittlerweile ein Kinderspiel.»
Zuvor soll er auf die Vorwürfe mit diesen Worten geantwortet haben: «Druckt es, alles falsch, wir sehen uns vor Gericht – bringt euer Scheckbuch mit.»
Patels Anwalt beklagt, die Anschuldigungen seien «kategorisch falsch» und «diffamierend». Man habe für eine Stellungnahme zu 19 Vorwürfen nicht einmal zwei Stunden Zeit bekommen.





















