Epstein-Affäre nimmt politische Dimensionen an

    Keystone-SDA
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    USA,

    Demokraten fordern den Rücktritt von Arbeitsminister Alexander Acosta. Er soll vor Jahren als Staatsanwalt einen Deal mit Jeffrey Epstein eingegangen sein.

    Jeffrey Epstein Sexhandel Anklage
    Jeffrey Epstein soll zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut haben. - epa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Staatsanwaltschaft wirft Epstein vor, minderjährige Mädchen missbraucht zu haben.
    • Einflussreiche Politiker fordern den Rücktritt von Trumps Minister Alexander Acosta.
    • Er habe vor Jahren als Staatsanwalt Epstein mit einem Deal vor dem Gefängnis bewahrt.

    Nach den schweren Missbrauchsvorwürfen gegen den gut vernetzten US-Unternehmer Jeffrey Epstein werden nun Konsequenzen auf politischer Ebene gefordert. Einflussreiche Politiker der Demokraten verlangten den Rücktritt von Arbeitsminister Alexander Acosta.

    Epstein hätte schon vor Jahren im Gefängnis sitzen können, wenn Acosta als damaliger Staatsanwalt in Florida nicht einen Deal mit ihm vereinbart hätte, erklärte der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, am Dienstag. Zuvor hatte auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, den Rücktritt Acostas gefordert.

    Im Skandal um den schwerreichen Geschäftsmann Epstein wirft ihm die Staatsanwaltschaft in New York vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der heute 66-Jährige habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, heisst es in der Anklageschrift.

    Jeffrey Epstein Sexhandel Acosta
    Der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, fordert den Rücktritt von Arbeitsminister Alexander Acosta. - epa

    Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit grossen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Die Ermittler berichteten, sie hätten bei Durchsuchungen in Epsteins Anwesen in Manhattan hunderte Nacktbilder gefunden.

    Deal mit der Staatsanwaltschaft

    Der am Samstagabend festgenommene Ex-Investmentbanker war 2008 einem Bundesverfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen entgangen, weil er damals den Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen war. Er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und sass eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.

    Im Gegenzug wurde ihm ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart. Acosta stimmte dem Deal als Staatsanwalt in Florida zu.

    Der heutige Arbeitsminister schrieb am Dienstag auf Twitter, die Verbrechen, die Epstein begangen habe, seien «schrecklich». Er sei froh, dass die Ermittler in New York ein Verfahren gegen den Unternehmer vorantrieben, das auf neuen Erkenntnissen beruhe. Bei den vor mehr als einem Jahrzehnt vorliegenden Beweisen hätten die Staatsanwälte darauf bestanden, dass Epstein ins Gefängnis gehe und sich als Sexualstraftäter registriere, verteidigte sich Acosta.

    Präsident Donald Trump sagte, Acosta sei ein «exzellenter» Minister, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen «fantastischen» Job gemacht habe. Er habe zudem gehört, dass nicht nur Acosta in die damalige Entscheidung eingebunden gewesen sei, sondern viele Personen.

    Trump distanziert sich

    Zugleich distanzierte Trump sich von Epstein. Er habe vor langer Zeit ein Zerwürfnis mit ihm gehabt und sei kein Fan von ihm gewesen. In einem Interview mit dem «New York Magazine» beschrieb Donald Trump Epstein dagegen im Jahr 2002 als «grossartigen Mann». Damals sagte der noch nicht politisch aktive Immobilienmogul: «Es wird sogar erzählt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich. Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte.»

    Trump Epstein Sexhandel
    2002 äusserte sich Donald Trump noch äusserst positiv zu Jeffrey Epstein. - AP Photo

    Epstein plädierte bei einem Gerichtstermin am Montag auf nicht schuldig. Am Donnerstag soll er erneut vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem hohen Fluchtrisiko aus und fordert, dass der Milliardär bis zu einem möglichen Prozessbeginn hinter Gittern bleiben soll. Die Anklagepunkte könnten eine Höchststrafe von 45 Jahren Gefängnis nach sich ziehen.

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