Drei Hinrichtungen an einem Tag in den USA
Drei Hinrichtungen an einem Tag und ein Bundesstaat, der die Todesstrafe abschafft: In den USA flammt die Diskussion über die Todesstrafe erneut auf.

Das Wichtigste in Kürze
- In Indiana, Florida und Alabama wurden an einem Tag drei Männer hingerichtet.
- Der Gouverneur von Kalifornien wandelte alle 548 Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um, weil er gegen die Todesstrafe ist.
- Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike wird in den USA heftig über die Todesstrafe diskutiert.
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike und der neu aufgeflammten Diskussion um die Todesstrafe in den USA setzen einzelne Bundesstaaten ihre Exekutionen fort.
In Indiana und Florida wurden am Donnerstag zwei zum Tode verurteilte Menschen hingerichtet, wie die jeweiligen Strafvollzugsbehörden mitteilten.
Medien zufolge wurde zudem in Alabama die Todesstrafe bei einem 54-Jährigen vollstreckt. Das wären insgesamt drei Exekutionen an einem Tag in den USA.

In Kalifornien verkündete der demokratische Gouverneur Gavin Newsom am selben Tag, alle 548 Todesurteile im Bundesstaat in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln.
Er unternehme den Schritt aus der Überzeugung heraus, dass staatlich sanktionierte Tötungen nicht mit kalifornischen Werten vereinbar seien und die Grundfeste des Rechtssystems unterminierten, schrieb Newsom in einem Brief an die Einwohner des Bundesstaates.
In Kalifornien wurden seit 2006 keine Hinrichtungen mehr vollstreckt.
Überlebte Giftspritze
Die wegen Mordes verurteilte Pike sollte Ende September im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Sie überlebte.
Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der oder die Verurteilte weiterlebte.

Tage später wachte Pike in einem Spital wieder auf. Ihr Fall liess in den USA die Debatte um Hinrichtungen wieder aufflammen. Doch die 50 Bundesstaaten handhaben den Umgang damit weiterhin unterschiedlich.
«Drei Hinrichtungen an einem Tag sind in der heutigen Zeit der Todesstrafe selten», schrieb «USA Today». Und wies darauf hin, dass es bereits im August eine solche dreifache Exekution gegeben habe. Zuvor habe die letzte Dreifachhinrichtung in den USA vor 16 Jahren stattgefunden, so die Zeitung.
Alle drei waren Männer
Die drei jetzt Hingerichteten waren demnach alles Männer, die wegen der Tötung anderer Menschen zum Tode verurteilt worden waren. Sie hätten alle eine Giftspritze verabreicht bekommen.
Bereits vor der gescheiterten Hinrichtung von Pike hatten in den vergangenen Jahren auch einige andere Gouverneure Todesstrafen in ihren Bundesstaaten in lebenslange Haft umgewandelt. 2024 ordnete der damalige Präsident Joe Biden die Umwandlung auch für einen Grossteil der auf Bundesebene zum Tode Verurteilten an.











