Biden sagt illegalen Waffenverkäufen den Kampf an

    DPA
    DPA

    USA,

    Gewaltverbrechen in den USA haben alarmierend zugenommen. Nun will Biden Waffenhändlern an den Kragen, die sich nicht ans Gesetz halten - und die «Händler des Todes» zur Verantwortung ziehen.

    US-Präsident Joe Biden: «Diese Händler des Todes brechen das Gesetz für Profit und verkaufen Waffen, die unschuldige Menschen töten.». Foto: Oliver Contreras/Pool Sipa USA/AP/dpa
    US-Präsident Joe Biden: «Diese Händler des Todes brechen das Gesetz für Profit und verkaufen Waffen, die unschuldige Menschen töten.». Foto: Oliver Contreras/Pool Sipa USA/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Angesichts der zunehmenden Gewalt in den USA hat US-Präsident Joe Biden Waffenhändlern den Kampf angesagt, die die Gesetze umgehen.

    An ihre Adresse sagte Biden am Mittwochabend (Ortszeit) im Weissen Haus: «Wir werden dafür sorgen, dass Sie nicht Tod und Chaos auf unseren Strassen verkaufen können. Es ist ein Skandal, der beendet werden muss, und wir werden ihn beenden.» Die Lizenzen solcher Händler sollen eingezogen werden. Ausserdem rief Biden den Kongress dazu auf, schärfere Waffengesetze zu verabschieden. US-Justizminister Merrick Garland nannte die Zunahme von Gewaltverbrechen seit vergangenem Jahr «zutiefst beunruhigend».

    «Null Toleranz»

    Das Weisse Haus teilte mit, die US-Regierung werde im Umgang mit Händlern, die Schusswaffen vorsätzlich an nicht berechtigte Personen verkauften oder keine Hintergrundprüfungen ausführen, «Null Toleranz» walten lassen. Die Regierungsstrategie zur Vorbeugung von Kriminalität, die Biden mit Garland vorstellte, sieht zudem eine stärkere Unterstützung lokaler Sicherheitsbehörden wegen einer möglichen Verschärfung der Sicherheitslage in den Sommermonaten vor.

    So soll zum Beispiel die Bundespolizei FBI dabei helfen, Gewalttäter und kriminelle Organisationen in Gemeinden zu identifizieren. Die Bundesbehörde ATF, die für die Kontrolle für Schusswaffen zuständig ist, soll die Inspektion von Waffenhändlern ausweiten. Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen zudem mehr Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. Ehemalige Straftäter sollen bei der Wiedereingliederung in ihr soziales Umfeld unterstützt werden.

    Schusswaffengewalt als «Epidemie»

    Der Demokrat Biden verwies auf eine Studie, wonach 90 Prozent der Waffen, die an Tatorten in den USA gefunden würden, von nur fünf Prozent aller Waffenhändler im Land stammten. «Diese Händler des Todes brechen das Gesetz für Profit und verkaufen Waffen, die unschuldige Menschen töten.» Er fügte hinzu: «Wir werden Sie finden.» Nach Angaben des Weissen Hauses war die Zahl der Tötungsdelikte im ersten Quartal dieses Jahres 24 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum und 49 Prozent höher als im selben Zeitraum 2019. Das Weisse Haus führt den Anstieg der Gewalt auf die Verbreitung illegaler Waffen und auch auf die Corona-Pandemie zurück.

    In den USA kommt es regelmässig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen, die dort meist leicht zu kaufen sind. Biden bezeichnet die Schusswaffengewalt als «Epidemie». Für eine Verschärfung der Waffengesetze wäre allerdings der Kongress zuständig, das US-Parlament - und viele Republikaner lehnen einen solchen Schritt ab. Die Waffenlobby ist in den USA sehr mächtig. Bidens Demokraten haben zwar derzeit in beiden Kammern des US-Kongresses eine knappe Mehrheit, für weitreichende Gesetzesänderungen wären sie im Senat aber auf Stimmen einiger Republikaner angewiesen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Martin Pfister F-35
    Kampfjet-Debakel
    Nationalrätin Meret Schneider. - zvg
    2 Interaktionen
    Meret Schneider

    MEHR IN NEWS

    andrea bauer
    Apropos
    Publibike-Chef Markus Bacher
    Nach Kritik
    STADTTHEATER BERN: «TOSCA» IST ZURÜCK!
    Stadttheater Bern

    MEHR AUS USA

    Washington/Peking
    2 Interaktionen
    New York