Glyphosat

    Bayer zu Milliardenzahlung verurteilt: Glyphosat-Streit eskaliert

    Gerrit Fredrich
    Gerrit Fredrich

    USA,

    Ein US-Gericht hat Bayer zu 2,1 Milliarden Dollar Schadensersatz verurteilt. Der Kläger macht ein Unkrautmittel für seine Krebserkrankung verantwortlich.

    Unkrautvernichter Roundup
    Ein US-Gericht hat Bayer zu 2,1 Milliarden Dollar Schadensersatz verurteilt. - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

    Der Rechtsstreit um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat erreicht eine neue Dimension. Ein Gericht in Georgia sprach einem Kläger die Rekordsumme von 2,1 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Dollar) zu.

    Der Mann macht das Produkt Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich. Bayer weist die Vorwürfe entschieden zurück und kündigt Berufung an.

    Ist Bayer zurecht in Berufung gegangen?

    «Wir sind überzeugt, dass wir in der Berufung starke Argumente haben, um dieses Urteil aufzuheben», berichtet ein Konzernsprecher. Das Unternehmen betont, laut Süddeutsche Zeitung, die Sicherheit von Glyphosat bei sachgemässer Anwendung.

    Glyphosat wurde vom amerikanischen Agrarchemieunternehmen Monsanto entwickelt, das von Bayer 2018 für mehr als 60 Milliarden Dollar übernommen wurde.
    Glyphosat wurde vom amerikanischen Agrarchemieunternehmen Monsanto entwickelt, das von Bayer 2018 für mehr als 60 Milliarden Dollar übernommen wurde. - Oliver Berg/dpa

    Die US-Umweltbehörde EPA stuft Glyphosat als nicht krebserregend ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hingegen bezeichnet es als «wahrscheinlich krebserregend».

    Diese widersprüchlichen Einschätzungen erschweren die juristische Aufarbeitung. Bayer sieht sich in den USA mit über 13'000 Klagen konfrontiert, wie der «Spiegel» berichtet.

    Bayer: Finanzielle Auswirkungen

    Der Aktienkurs ist seit der Übernahme von Monsanto massiv eingebrochen. Über 60'000 Klagen sind noch anhängig.

    Bayer hat bislang etwa zehn Milliarden Dollar für Vergleiche gezahlt. Weitere Milliarden wurden als Rückstellungen gebildet.

    Der Konzern hofft nun auf eine deutliche Reduzierung der Schadenersatzsumme in der Berufung. In früheren Fällen wurden die Summen oft um bis zu 90 Prozent reduziert.

    Kommentare

    User #4371 (nicht angemeldet)

    Über 80% können ihre Weichheit weder erkennen noch glauben! Millionen von winzigen Plastikteilchen sammeln sich im Gehirn. Die Hinweise auf Schäden mehren sich. NZZ 25.02.2025 Stephanie Lahrtz

    User #4371 (nicht angemeldet)

    Tessiner Fische haben zu viele Krebs-Chemikalien – kein Fangverbot! Fische im Luganersee haben im Durchschnitt bis zu zehnmal viele PFAS-Chemikalien. Es gibt kein Fang- oder Verkaufsverbot – der Bund beschwichtigt. nau Riccardo Schmidlin Lugano, 14.11.2024 - 19:30 Dabei dachten 80%, ihre Regierungen wollen ihre Gesundheit mit Spritzen retten.

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