Ärzte an 60 US-Hochschulen lernen jetzt kochen
Ernährung wird in der Medizin zunehmend als Therapie verstanden – «Essen ist Medizin» hält Einzug in Ausbildung und Praxis.

Das Wichtigste in Kürze
- «Essen ist Medizin»: Über 60 US-Unis bieten Kochkurse für Ärzte.
- Verschrieben werden mehr Lebensmittel und weniger Medis.
- Forscher geben Tipps – etwa dazu, was Entzündungen hemmt oder den Blutzucker stabilisiert.
Dass Ernährung die Gesundheit beeinflusst, ist nichts Neues. Doch das Konzept «Essen ist Medizin» gewinnt in der medizinischen Ausbildung zunehmend an Bedeutung.
Etwa durch die Türen der amerikanischen Universitäten hat es der Leitsatz geschafft. An mehr als 60 US-Hochschulen stehen heute Kochkurse auf dem Lehrplan der Medizinstudierenden.
Der Hintergrund: Ärzte, die selbst kochen, setzen Lebensmittel häufiger gezielt in der Behandlung ein. Das zeigen Daten aus den USA.
Das Programm «Food is Medicine» geht dabei weit über einfache Empfehlungen wie «weniger Fett essen» hinaus. Ärzte verschreiben dabei konkrete Lebensmittel als Ergänzung zu Medikamenten – oder sogar als Ersatz.
Chuck Self rettet seinen Fuss durch Ernährung
Der Diabetiker Chuck Self aus Boston macht das Programm vor. Self stand vor einer Fussamputation. Eine Wunde an seinem Fuss heilte nicht – da verschrieb ihm ein Arzt speziell für Diabetiker zubereitete Mahlzeiten.
«Das Essen, das sie einem bringen, ist erstklassig», sagte der pensionierte Polizist gegenüber der «New York Times».
Er schwärmte von «viel Fisch und Hähnchen, reichlich Bohnen, Linsen und komplexen Getreidesorten».
Das Ergebnis war deutlich: Self nahm ab, senkte seinen Blutzucker und verbesserte seine Herzfunktion. Er konnte Medikamente reduzieren und der Fuss blieb dran.
Bestimmte Lebensmittel helfen bei Diabetes
Wer seinem Beispiel folgen will, aufgepasst: Forschende empfehlen Diabetikern gemäss dem «Focus» eine kohlenhydratarme Ernährung, um den Blutzuckerspiegel zu senken.
Ungesättigte Fettsäuren, etwa aus Lachs oder Walnüssen, verbessern die Blutzuckerregulation und schützen das Herz.
Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen liegen tief auf der sogenannten glykämischen Skala. Das bedeutet: Sie lassen den Blutzucker langsamer ansteigen als andere stärkehaltige Lebensmittel.
Entzündungen lassen sich mit Ernährung bekämpfen
Wundermitteli für jedermann sind zudem fettreiche Fischarten mit Omega-3-Fettsäuren sowie hochwertiges Pflanzenöl.
Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Zimt und Chili gelten gemäss «Focus» ebenfalls als entzündungshemmend – ebenso wie Knoblauch und Zwiebeln.
Vermeiden sollte man hingegen Wurst, Zucker, rotes Fleisch und Weissmehlprodukte. Diese füttern jegliche Entzündungsprozesse im Körper.

















