KGM Torres EVX: Kantiger Preisbrecher unter Strom
Schluss mit Einheitsbrei: Der kantige Torres EVX bringt frischen Wind und viel Raum – und das zu einem echten Kampfpreis.

Aus dem einstigen Sanierungsfall SsangYong formiert sich unter dem Dach der KG Mobility ein selbstbewusster Angreifer für den europäischen Automobilmarkt. Mit dem kantigen Torres EVX lanciert der südkoreanische Hersteller nun ein rein elektrisches SUV, das das hiesige Preisgefüge gehörig durcheinanderwirbelt.
Der Newcomer zielt ohne Umschweife auf das hart umkämpfte Volumensegment, in dem sich bereits zahlreiche Hersteller tummeln. Mit einer stattlichen Gesamtlänge von 4.72 Metern sprengt das Modell die klassische Kompaktklasse, bleibt aber altstadttauglich.
Optisch bricht die kantige Karosserie mit ihren rustikalen Offroad-Zitaten erfrischend mit dem teilweise austauschbaren Aerodynamik-Einheitsbrei der Konkurrenz. Hinter der markanten Heckklappe eröffnet sich ein Gepäckabteil mit einem Ladevolumen von 703 bis hin zu beachtlichen 1'662 Litern.
Grosszügiges Raumangebot und digitale Cockpit-Architektur
Mit diesen Werten übertrifft der Torres EVX selbst deutlich teurere Wettbewerber beim reinen Nutzwert. Für reisefreudige Schweizer Familien bedeutet diese üppige Kapazität ein echtes Komfortplus beim Wochenendausflug in die Berge.

Im Interieur besticht der Torres EVX mit ansprechenden Materialien und mit einer modernen, digitalen Steuerzentrale. Die Bedienung geht nach kurzer Eingewöhnung leicht von der Hand, auch wenn einige Basisfunktionen in Untermenüs versteckt sind.
Unter der hohen Fronthaube verrichtet ein permanenterregter Synchronmotor an der Vorderachse seinen Dienst. Das Aggregat mobilisiert solide 152 kW Spitzenleistung sowie ein unvermittelt anpackendes Drehmoment von 339 Newtonmetern.
Bewährte Zellchemie und alltagstaugliche Reichweite
Den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert das knapp zwei Tonnen schwere Gefährt in soliden 8.1 Sekunden. Das technische Herzstück bildet eine 73.4 Kilowattstunden fassende Blade-Batterie des Branchenriesen BYD.
Deren Lithium-Eisenphosphat-Zellen überzeugen durch eine hohe Zyklenfestigkeit sowie herausragende Sicherheit gegen thermisches Durchgehen. Nach der praxisnahen WLTP-Norm ermöglicht dieser Energiespeicher eine respektable Reichweite von bis zu 462 Kilometern im gemischten Zyklus.

An Gleichstrom-Schnellladesäulen verarbeitet die Bordelektronik eine maximale Spitzenleistung von rund 140 Kilowatt. Ein Ladehub von zehn auf achtzig Prozent beansprucht somit vertretbare 28 bis 30 Minuten an einer leistungsfähigen Schnellladesäule.
Schweizer Allrad-Anspruch
An der heimischen Wallbox lädt der serienmässige dreiphasige Bordlader den Akku mit 11 Kilowatt Wechselstrom auf. In der Schweizer Topografie offenbart der Koreaner allerdings einen handfesten strategischen Nachteil:

Auf dem helvetischen Markt entscheidet sich bei SUVs traditionell fast jeder zweite Käufer für einen Allradantrieb, der beim Torres EVX fehlt. Auf schneebedeckten Passstrassen und steilen Bergstrecken stösst das reine Frontantriebslayout des schweren Wagens schnell an die Grenzen der Traktion.
Zudem fordern eisige Aussentemperaturen vom LFP-Akku ohne gezielte Batterievorkonditionierung deutliche Zugeständnisse bei der winterlichen Ladekurve. Diese konzeptionellen Kompromisse federt der Schweizer Generalimporteur Astara Mobility dafür mit einer bemerkenswert aggressiven Preispolitik ab.







