Reise-Verband befürchtet teurere Ferien wegen Nachtflug-Beschränkung
Der Bund beschränkt die Nachtflüge ab Flughafen Zürich – Fluglärm-Gegner wollen weitere Schutzmassnahmen. Die Reisebranche befürchtet explodierende Reisekosten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Schweizer Reise-Verband SRV fürchtet sich vor weiteren Beschränkungen der Nachtflüge.
- Schon jetzt kämpfen die Airlines mit den wenigen Start- und Lande-Slots.
- Der Bund hat die Anzahl Nachtflüge ab Zürich auf dem heutigen Stand eingefroren.
«Der Flughafen Zürich hat für die Reisebranche eine enorme Bedeutung», sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands. Die Einschränkungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL schmerzen die Reisebranche: «Im internationalen Wettbewerb sind wir mit dem An- und Abflug-Regime wenig kompetitiv».
Das BAZL begrenzt die nächtlichen Starts und Landungen auf dem heutigen Stand – eine Fluglärm-Massnahme. «Wir müssen damit leben und haben auch Verständnis für die Bevölkerung», sagt Kunz. Da es sich nicht um eine Kapatzitätsreduktion handle, sei diese Massnahme noch nicht so gravierend.
Dramatischer Preisanstieg?
Die Reisebranche fürchtet sich jedoch vor weiteren Beschränkungen, wie sie auch schon von Fluglärm-Gegnern gefordert wurden. Walter Kunz warnt: «Eine weitere Ausdehnung der Beschränkungen wäre ein echtes Problem für die ganze Branche».
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Dann müsste man in noch engeren Korsetts fliegen, die knappen Slots seien heute schon ein Problem für die Fluggesellschaften. «Die Preise würden dramatisch steigen, da weniger Kapazität vorhanden ist», sagt Kunz.
«Diskriminierung der Feriengäste»
Auf die Restriktionen des BAZL meldete sich der SP-Nationalrat Thomas Hardegger, Präsident des Flughafen-Schutzverbandes SBFZ. Er fordert gegenüber dem Tagesanzeiger ein Start- und Landeverbot für «reine Ferienflieger» ab 21:00 Uhr. Von dieser Idee hält Kunz vom Schweizer Reise-Verband nichts: «Ich kann das nicht ernst nehmen!» Das sei eine Diskriminierung der Ferienkunden. Zudem liessen sich diese auch nicht strikte von Geschäftskunden unterscheiden, meint Kunz.








