Christian Stahl: Die Arbeit für die 2026 IIHF WM als Privileg

Andy Maschek
Andy Maschek

Christian Stahl ist Head of Communication & Media bei der Eishockey-WM. Mit Slapshot spricht er über die wichtige Phase der 2026 IIHF WM.

Christian Stahl
Christian Stahl, Head of Communication & Media. - Reto Fiechter

Fans, Spieler, Organisation und auch freiwillige Helferinnen und Helfer: Die Vorfreude im Hinblick auf die WM in Zürich und Fribourg steigt. So ist es auch bei Christian Stahl, dem Kommunikationschef der Heim-WM.

Gleichzeitig nimmt die Belastung zu. «Die letzten drei Wochen vor der WM sind besonders herausfordernd, dann können wir die Infrastruktur für die Medienschaffenden aufbauen. Speziell intensiv war aber auch der Start der Kampagne, als wir alle Werbemittel aufbereiten konnten», sagt er.

Zuletzt sei die Kommunikation gegenüber den Volunteers, Fans oder auch VIP-Gästen im Zentrum gestanden. Christian Stahl verfügt über grosse Erfahrung in der Kommunikation im Sport. Angefangen hat er einst beim FC Thun, als er sich neben dem Studium «für Bier und Bratwurst», wie er sagt, um die Medienarbeit kümmerte.

Nach Champions League mit dem FC Thun, der EURO 08 beim Fussballverband und Engagements unter anderem im Volleyball war er die letzten 20 Jahre im Schneesport tätig, unter anderem als Head of Communications bei Swiss-Ski.

Christian Stahl
Christian Stahl verfügt über grosse Erfahrung in der Kommunikation im Sport. - Reto Fiechter

«Den Journalisten mit unserer Dienstleistung ihre Arbeit zu erleichtern, ist spannend und ein schöner Teil meiner aktuellen Aufgabe, wie bei einem Verband verlangt die Kommunikation auch strategisch und marketingorientiertes Denken», so Stahl.

In seinen Verantwortungsbereich gehören die Media Operations mit Medientribüne, die Mixed Zone und das Mediencenter sowie die Media Relations sprich die Medienbetreuung. Neben den klassischen Unternehmenskommunikationsthemen steht die Marketingkommunikation im Fokus – von CI/CD über alle Promotionen für Tickets oder Hospitality-Angebote.

Im OK arbeitet er sehr eng mit Pascal Mühlheim, Head of Marketing, zusammen. Zum kleinen Kommunikationsteam gehört auch Sabrina Aebischer die insbesondere die ganze Marketingkommunikation umsetzt und mit der er schon bei Swiss-Ski erfolgreich zusammengearbeitet hat.

Mit den Besten arbeiten

«Wir sind sehr schlank unterwegs, aber mein Motto ist: Ich möchte mit den besten statt mit möglichst vielen Leuten arbeiten», sagt der Berner Oberländer.

«Und das machen wir hier sehr dezidiert. Wir haben mit Micha Seger einen externen Grafiker, mit dem wir das CI/CD erstellt haben und der sehr eng mit uns arbeitet, sonst bilden Sabrina und ich das Kernteam, welches Flavia Barmettler als Trainee ergänzt.»

Ein kleines Team heisst gleichzeitig auch: eine breite Palette an Aufgaben und schnelle Entscheidungswege. «Wir machen alles – von der Kommunikation betreffend Ticketverkauf bis zu den LANKabeln auf den Medienplätzen.

Bist du an der Eishockey-WM im Stadion?

Das ist spannend, klappt aber nur, wenn sich alle auf Augenhöhe bewegen und einander vertrauen, was in einem kleinen Team einfacher ist», erklärt Christian Stahl. Ins Organisationskomitee gekommen ist er durch Eigeninitiative.

Er fragte sich, was für ihn nach vielen Jahren im Fussball und bei Swiss-Ski eine neue Herausforderung sein könnte, schätzte wie Pascal Mühlheim die Heim-WM als spannendes Projekt ein – und so brachten sie sich gemeinsam ins OK ein.

«Eishockey hat mich schon immer fasziniert – und dann war dieses einmalige Projekt der perfekte Event für einen Ausstieg von Swiss-Ski, wobei ich immer noch 20 Prozent für Swiss-Ski im Olympiaprojekt Switzerland 2038 arbeite», so Stahl.

Seine Arbeit im WM-OK begann vor rund zwei Jahren mit einem Pensum von 20 bis 40 Prozent und steigerte sich danach. Die Belastung war im Gegensatz zu anderen Bereichen kein Steigerungslauf, sondern vielmehr ein Intervalltraining.

Das Projekt ist befristet, wie es danach für ihn neben dem Pensum fürs Olympia-Projekt weitergeht, ist offen. Klar ist einzig, dass er Medienchef beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) 2028 in Thun wird.

eishockey-wm
Grosse Freude bei Fans der Eishockey-WM. - keystone

«Dazu kommen sicher weitere Projekte im Bereich Kommunikation und Sport. Gerne möchte ich meine Erfahrung an weitere Events respektive deren Mitarbeiter weitergeben – im Know-how-Transfer zwischen Events aber auch Verbänden und Klubs sehe ich viel Synergiepotenzial.»

Doch das liegt noch in der Zukunft, zuerst geht es darum, die 2026 IIHF Ice Hockey World Championship über die Bühne zu bringen. Und die ist, salopp gesagt, eine grosse Kiste. Insgesamt müssen Stahl und Co. inklusive TV rund 830 Journalisten betreuen, allein etwa 130 Schweizer Medienschaffende berichten etwa über das Turnier.

Gefordert sind an beiden Standorten Mediencentren für rund 300 Journalisten. «Wir müssen eine Medientribüne mit je 200 Plätzen in Fribourg und Zürich sowie 300 Plätzen am Finalwochenende anbieten – ohne Plätze für die TV-Kommentatoren, sondern nur für Print und Online.»

Optimale Bedingungen anbieten

Dies zeigt: Die WM hat ganz andere Dimensionen als die Spiele in der National League. Die ZSC Lions verfügen über 100 Medienplätze, was für die nationalen Spiele sehr viel ist – aber für die WM reicht das nicht.

«Wir müssen zusätzliche Medientribünen in die Zuschauertribünen in den Arenen einbauen», sagt Christian Stahl und verrät die Maxime, die dabei verfolgt wird: «Priorität ist für uns, dass diejenigen, die arbeiten, auch optimale Bedingungen haben.»

Die Arbeit rund um die WM macht Spass, gleichzeitig erfolgt sie in einem herausfordernden Umfeld mit dem Weltverband IIHF, dem Schweizer Verband SIHF, der Vermarktungsagentur Infront und dem nationalen Organisationskomitee.

Christian Stahl
Christian Stahl, Kommunikationschef der Heim-WM. - Reto Fiechter

«Es gilt, alle Stakeholder abzuholen, zudem ist es auch hier so wie im Sport: Jede Garderobe respektive jeder Partner tickt anders. Aber wir sind ein hervorragendes Team und können nur deshalb agil sein, schnell entscheiden und pragmatische Lösungen finden», sagt Kommunikationschef Stahl, der überzeugt ist, nach dem WM-Final wieder jenes Gefühl zu erleben, wie er es einst nach dem letzten Champions League-Spiel mit dem FC Thun hatte.

«Damals haben wir mitten auf dem Feld gemeinsam auf den Event zurückgeschaut. Ich freue mich jetzt schon, nach der WM auf den gemeinsamen, emotionalen Weg zurückzublicken.»

Es passieren unzählige Dinge, gemeinsam mit dem Team meistert man Herausforderungen, es sind Emotionen, die eigentlich unbezahlbar sind. Oder wie Christian Stahl sagt:

«Es ist ein Privileg, dass man im Sport mit allen Emotionen oder vor allem noch im Spitzensport arbeiten kann. Es ist nicht einfach ein Job, es ist auch viel Herzblut mit dabei.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Eishockey-WM Schweiz Finnland Olympia
40 Interaktionen
Finnland wartet
Eishockey WM
360 Interaktionen
3 Siege für Ösis
Eishockey WM
360 Interaktionen
6:1 gegen Deutsche

MEHR IN SLAPSHOT

Leonardo Genoni gehört seit Jahren zu den fixen Grössen im Schweizer Nationalteam.
Leonardo Genoni
SIHF-CEO Martin Baumann
Zauberwort
Sean Simpson
Hockey-Philosophie
WM Eishockey fanzonen
Zürich und Fribourg