Laub, verwelkte Stauden und noch mehr Überbleibsel der Gartensaison? Wer das im Herbst nicht ganz wegräumt, hilft Vögeln, Insekten, Kleintieren – und Pflanzen.
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Falllaub im Herbst: Für die einen ist es Gartenabfall, für die anderen ein kuscheliges Zuhause. - Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein zu ordentlicher Garten ist weder natur- noch tierfreundlich – es gibt Kompromisse.
  • Biomüll wie Laub, Staudenreste und Holz dienen als Winterschutz und Pflanzendünger.
  • Wen Laub auf Wegen stört, kann es auf die Beete fegen und Tieren und Pflanzen Gutes tun.

Harken, kehren, einsammeln – jedes Jahr aufs Neue. Manche Gärtner verbinden den herbstlichen Alltag mit viel Arbeit. Andere lieben genau das: Das Aufräumen zum Ende der Gartensaison, alles ordentlich abschneiden und wegpacken bis zum nächsten Jahr.

Doch ein zu ordentlicher Garten kann kontraproduktiv sein: «Er bietet weder Nahrung für Tiere noch bietet er Schutz für Pflanzen und Insekten», sagt Isabelle Van Groeningen, Gartenexpertin. Eine Position, die auch die Naturschützerinnne Verena Jedamczic sowie Katrin Wenz teilen.

Hier sind ihre Tipps für naturnahes und tierfreundliches Gärtnern – und einen Kompromissvorschlag für alle, die es ordentlicher wollen:

Weniger aufräumen

«Das A und O ist: den Garten nicht zu ordentlich aufzuräumen», sagt Naturschutzexpertin Katrin Wenz. Damit ist nicht gemeint, dass alles an Ort und Stelle liegen bleibt, aber dass man etwa Reisighaufen und kleine Holzstapel in einer Ecke des Gartens anlegt.

Aber auch zum Beispiel die Stauden sollte man nicht direkt mit Ende ihrer Blütezeit und selbst nicht zum Ende der Gartensaison abschneiden, rät Gartendozentin Isabelle Van Groeningen.

Die Saatkapseln sehen nicht nur schön aus, sie bieten auch Nahrung für Vögel. Gleichzeitig sind die Stauden natürliche Insektenhotels, deren Bewohner hier überwintern können.

Laub Garten Gras Herbst
So mancher Garten hat ganz schön viel Falllaub – aber das ist kein Biomüll, sondern wertvoller Helfer des Gärtners. - Christin Klose/dpa-tmn

Und noch so ein Biomüll des Herbstes ist wertvoll: das Laub von den Bäumen und Sträuchern. Auch das kann in Haufen zum Insekten- oder Igel-Hotel für die Winterruhe werden. Und das Laub darf ruhig auf den Beeten liegen bleiben.

Hier dient es als Winterschutz und nach dem Verrotten als Dünger und Bodenverbesserer. Vom Rasen sollte man Laub aber entfernen – sonst faulen die Gräser unter der Decke.

Keine Laubsauger oder Laubbläser

Vom Einsatz von Laubsaugern oder Laubbläser raten die Expertinnen ab. «Laubbläser sind eine Katastrophe für die Umwelt. Sie zerstören die obere Erdschicht und damit auch sehr viele Organismen, die dort versuchen, zu leben», sagt Isabelle Van Groeningen.

Abgesehen vom Lärm stossen Geräte mit Verbrennungsmotoren gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus, sagt Verena Jedamczik. Darüber hinaus werden Kleintiere beim Einsatz von Geräten mit Saugfunktion regelrecht zerhäckselt.

Kompromiss für ordentliche Hobbygärtner

Für Hobbygärtner mit dem Bedürfnis nach grosser Ordnung im Garten gibt es einen Mittelweg: Die Bereiche um das Haus sowie die Gartenwege und Treppen hält man ordentlich, den Rest lasse man dann einfach so wie es ist, rät Isabelle Van Groeningen.

Ihr Tipp: Das Laub von den Wegen in die Beete kehren. Die Laubschicht bietet dort den Pflanzen im Winter Frostschutz und sie zieht zum Beispiel auch Amseln an, die unter anderem Schädlinge aus den Beeten picken.

Staude Sonneblume verblüht Kopf
Die Köpfe von Sonnenblumen sind wertvoll für Tiere, auch nachdem sie verblüht sind. - Pexels

Und Laub hilft dem Pflanzenwachstum auch langfristig: Die Blätter zersetzen sich nach und nach und werden zu wertvollem Dünger und Boden. «Die Natur hat eigentlich das allerbeste Recycling-System. Das ist unschlagbar», schwärmt Gartenexpertin Isabelle Van Groeningen.

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