Wasser

    Hummer werden weiterhin lebend in kochendes Wasser geworfen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Tausende Hummer werden über die Festtage lebend in kochendes Wasser geworfen. Ein Gerät um sie zuvor zu betäuben gibt's hier erst ab Ende Februar.

    kraken
    Nur noch Kraken! Hummer wird zur seltenen Delikatesse. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit März müssen Hummer in der Schweiz vor dem Kochen betäubt werden.
    • Da aber das passende Gerät fehlt, werden Tausende ohne Betäubung unter Schmerzen gekocht.

    Tausende Hummer werden über die Festtage lebend in kochendes Wasser geworfen. Dass die Krustentiere Schmerzen empfinden, ist erwiesen. Ein in der Schweiz entwickeltes Gerät zur Betäubung mit Stromstössen ist aber erst Ende Februar einsatzbereit.

    Der Bundesrat hatte beschlossen, dass Hummer vor ihrem Tod im Kochtopf betäubt werden müssen; die neue Vorschrift ist seit 1. März dieses Jahres gültig. Die Betäubung kann durch Stromstösse geschehen oder durch die mechanische Zerstörung des Gehirns.

    Hummer
    Seit wenigen Jahren müssen in der Schweiz Hummer vor dem Kochen betäubt werden. - Keystone

    Noch fehlt in der Schweiz das dafür nötige Gerät. Die Firma Rund um Fisch in Altendorf im Kanton Schwyz ist noch nicht ganz so weit. Bisher spezialisiert auf die Tötung von Fischen durch Elektroschläge, geht ihre Hummerbetäubung erst Ende Februar 2019 in Produktion.

    Panzer für Fisch-Schocker zu dick

    Was bei Fischen funktioniert, hat bisher bei Hummern deren Panzer verhindert: dieser leitet nämlich die Elektrizität ab, so dass diese nicht bis zum Körper durchdringt. Eine Weiterentwicklung des Gerätes von Rund um Fisch macht nun die Betäubung von Hummern möglich.

    Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das Hummern die Todesqualen vor dem Verzehr durch dafür unempfindliche Konsumenten abmildert: In Grossbritannien werden die bis zu sechs Kilogramm schweren Panzerkrebse durch 110-Volt-Stromstösse innerhalb von drei Sekunden getötet.

    Nicht erstes Betäubungsgerät

    Bis das Schweizer Gerät von Rund um Fisch einsatzbereit ist, können Restaurants und private Köche den Crustastun, ein britisches Produkt, verwenden. Allerdings kostest das Gerät umgerechnet rund 4000 Franken. «The Crustastun is recognised as the only humane method of stunning», rühmt sich der Hersteller Mitchell&Cooper – «Crustastun ist als einzige humane Betäubungsmethode anerkannt».

    Um den Hummern die Todesqualen etwas abzumildern, sei es obligatorisch, sie zu betäuben, bevor sie ins kochende Wasser geworfen werden, mahnt der Waadtländer Kantonsveterinär Giovanni Peduto im Gespräch mit der Agentur Keystone-SDA.

    Und das Interesse am Hummer wächst und wächst. Allein im vergangenen Jahr wurden 268'511 Kilogramm im Wert von 7,5 Millionen Franken in die Schweiz importiert. Nach Angaben der Eidg. Zollverwaltung sind das 20'000 Kilogramm mehr als 2013.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Seltsamer Fang
    Für eine weisse Weihnacht
    Betäubung nötig

    MEHR WASSER

    Domleschg GR
    201 Interaktionen
    Extreme Trockenheit
    Toilette Spülung Wasser Trockenheit
    1 Interaktionen
    Willisau
    480 euro zahnbürste
    6 Interaktionen
    CameraJet
    Limmat
    10 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS STADT BERN

    Lars Guggisberg
    Lars Guggisberg (SVP)
    SC Bern
    National League
    1 Interaktionen
    Betrug, Geldwäsche
    fdb bern
    Für Ständeratswahl