Kurz nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine kursierte ein Video im Netz, das angeblich in dem Flugzeug gedreht wurde.
Flugzeuge der Fluggesellschaft Lion Air stehen auf dem International Airport auf Bali (Indonesien).
Flugzeuge der Fluggesellschaft Lion Air stehen auf dem International Airport auf Bali (Indonesien). - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Montag ist eine indonesische Passagiermaschine abgestürzt.
  • Trotz Dementis kursiert ein falsches Video vom angeblichen Flug.

Der tragische Absturz einer indonesischen Passagiermaschine zeigt einmal mehr, wie hartnäckig sich Fake News im Internet halten. Wenige Stunden nach dem Unglück am Montag kursierte ein Video mit panischen Passagieren in einer scheinbar ausser Kontrolle geratenen Maschine. Obwohl die Behörden rasch versicherten, es handle sich um einen anderen Flug, der in Turbulenzen geraten war, wurde das Video hunderttausendfach angeklickt.

AFP fand Dutzende Facebook-Seiten mit dem Video: Allein bei @SpotLightHumanity wurde es 1,3 Millionen Mal angeschaut, 220'000 Klicks erhielt es auf der Seite eines arabischen Bloggers, 100'000 Klicks zählte eine pakistanische Promi-Seite, zwei Luftfahrtseiten teilten sich weitere 100'000 Klicks. Auch mehrere Nachrichtenseiten in Griechenland, Pakistan, Indien und Tunesien verbreiteten das Video. «Russia Today» postete es auf seinem arabischen Twitter-Konto.

Auf dem Instagram-Accout @marapi_singgalang hat alles angefangen. - instagram/@marapi_singgalang

Veröffentlicht wurde das Video ursprünglich auf dem privaten Instagram-Konto @marapi_singgalang. Dessen Besitzer David Ditama zeigte sich überrascht, dass es ohne seine Erlaubnis und in falschem Kontext weiterverbreitet wurde.

Er selbst habe das Video bei dem in Turbulenzen geratenen Flug im Dezember 2017 gedreht und es nach dem Absturz am Montag nur wieder gezeigt, um seine Gefühle zu beschreiben, sagte Ditama der AFP. Tatsächlich spricht Ditama in dem Post sein «tiefes Beileid» für #lionjet610 aus und fährt fort: «Dieses Video habe ich während eines Flugs aufgenommen, der mich derart traumatisiert hat, dass ich nicht mehr fliegen will».