Welches Land hat die meisten Zeitzonen?
Welches Land hat die meisten Zeitzonen und warum gilt in manchen grossen Staaten dieselbe Uhrzeit? Travelnews klärt auf.

Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, werden in der Schweiz die Uhren um drei Uhr morgens eine Stunde zurückgestellt. Die Sommerzeit endet, wir gewinnen eine Stunde Schlaf.
Während bei uns zweimal jährlich an der Uhr gedreht wird, gelten andernorts ganz eigene Regeln. Denn die Welt ist in zahlreiche Zeitzonen unterteilt. Und nicht überall richtet sich die Uhrzeit danach, wo die Sonne gerade steht.
Das führt zu erstaunlichen Kuriositäten: So kann es vorkommen, dass die Sonne erst gegen zehn Uhr morgens aufgeht. Doch welches Land hält eigentlich den Weltrekord, was die Anzahl der Zeitzonen betrifft?
Überseegebiete spielen eine entscheidende Rolle
Wer auf Russland tippt, liegt falsch. Den Weltrekord hält Frankreich mit zwölf Zeitzonen. Zeitweise sind es aufgrund der Sommerzeit sogar dreizehn verschiedene Ortszeiten.
Der Grund liegt nicht im europäischen Mutterland, sondern in den weit verstreuten Überseegebieten. Dazu gehören etwa Tahiti in Französisch-Polynesien, Guadeloupe in der Karibik, La Réunion im Indischen Ozean und Neukaledonien im Pazifik.

Russland folgt mit elf Zeitzonen. Während die Menschen in Kaliningrad frühstücken, ist im fernen Kamtschatka bereits Abend. Auch die USA kommen auf elf Zeitzonen. Allerdings nur, wenn neben Alaska und Hawaii auch Aussengebiete wie Puerto Rico, Guam und die Wake-Insel mitgezählt werden.
Ebenfalls weit vorne dabei sind Grossbritannien und Australien mit jeweils neun Zeitzonen. Bei Grossbritannien tragen etwa Bermuda und die Pitcairninseln dazu bei, bei Australien unter anderem die Norfolkinsel und die Weihnachtsinsel. Kanada kommt ganz ohne solche Aussengebiete auf sechs Zeitzonen – von der Pazifikküste bis nach Neufundland.
Spanien tanzt aus der Reihe
Besondere Eigenheiten gibt es in Europa. Spanien liegt geografisch weitgehend auf derselben Länge wie Grossbritannien und Portugal. Trotzdem zeigen die Uhren auf dem spanischen Festland eine Stunde mehr an.
Der Grund ist historisch: 1940 liess Diktator Francisco Franco die spanischen Uhren auf die mit Deutschland übereinstimmende Zeit umstellen. Dabei blieb es.
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Wer von Portugal nach Spanien reist, muss deshalb die Uhr eine Stunde vorstellen. Eine Ausnahme bilden die Kanaren: Dort gilt dieselbe Uhrzeit wie auf dem portugiesischen Festland. Portugals Madeira richtet sich ebenfalls nach Lissabon, während die Azoren nochmals eine Stunde zurückliegen.
Konsequent ist China: Obwohl das riesige Land geografisch fünf Zeitzonen umfassen würde, gilt offiziell überall die Pekinger Zeit. Im äussersten Westen geht die Sonne im Winter deshalb mancherorts erst gegen zehn Uhr morgens auf.
Auch Indien setzt auf eine einzige Uhrzeit, obwohl das Land von Ost nach West fast 3000 Kilometer misst. Dabei wählte es einen Mittelweg: Die indischen Uhren gehen der Weltzeit um fünfeinhalb Stunden voraus.
Die Zeitzonen illustrieren eindrücklich: Wie spät es irgendwo ist, entscheidet nicht immer die Sonne, sondern manchmal schlicht die Politik.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.








