Sommerzeit – und der Autofahrt in die Ferien steht nichts mehr entgegen. Doch vor und bei der Reise gibt es ein paar Dinge, die man unbedingt beachten sollte.
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Freie Fahrt und ab in die Ferien: Wer verreist, sollte für die lange Fahrt etwas Verpflegung und vor allem Pausen einplanen. - Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer mit dem Auto in die Ferien reist, sollte sich gut vorbereiten.
  • Prüfen Sie unter anderem Ihre Papiere und führen Sie einen technischen Auto-Check durch.
  • Geduld und einen klarer Kopf gehören ohnehin zu jeder Reiseausrüstung.

Geht es um das richtige Verhalten, ist schnell vom «Knigge» die Rede. Auch für die Autofahrt in die Ferien gibt es Empfehlungen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Prüfen Sie Ihre Papiere

Sind die Ausweise noch gültig, läuft die HU noch nicht ab? «Wenn es ins europäische Ausland geht, sollte auch unbedingt ein Europäischer Unfallbericht im Handschuhfach liegen», sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV).

Gerade bei der Regulierung von Auslandsunfällen ein wichtiges Dokument, das die meisten Autoclubs zum Download anbieten.

Daneben sollten Reisende auf mögliche Besonderheiten im Zielland achten. Wer beispielsweise in die Türkei fährt, benötigt eine internationale Versicherungskarte.

Zusätzlich sei es weiterhin hilfreich, sich beim jeweils zuständigen Institut über die aktuellen Corona-Bestimmungen zu informieren.

Werkstätten bieten Reise-Check

Checken Sie Ihr Fahrzeug vor Reisebeginn gründlich durch. Dazu gehört etwa das Kontrollieren der Füllstände von Öl oder Wischwasser, eine Funktionskontrolle der Scheibenwischer und eine Sichtprüfung der Reifen.

Hand Motor Auto Ölstand
Bevor es mit dem Auto in die Ferien geht, sollte man den Ölstand überprüfen, um unterwegs böse Überraschungen zu vermeiden. - Christin Klose/dpa-tmn

Die Profiltiefe sollte noch mindestens 3 Millimeter betragen.

Wem das zu viel Arbeit ist, für den hat Reichel einen Tipp: «Viele Werkstätten bieten vor und während der Reisesaison Checks für kleines Geld an.»

Seien Sie für den Notfall gewappnet

Einige Dinge sollten unbedingt griffbereit bleiben. Gerrit Reichel vom ACV sagt: «Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten sollten nicht ganz unten unter allen Koffern liegen.»

Am besten habe jeder Mitfahrer – wie in vielen Ländern vorgeschrieben – eine eigene Warnweste.

Führen Sie einen technischen Check Ihres Autos durch

Sind alle Sachen im Wagen verstaut, folgt nach dem Beladen die Kontrolle der Scheinwerfer und des Luftdrucks.

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Mit Sack und Pack: Gepäck sollte im Auto gut verteilt werden, um beim Abbremsen kein Risiko darzustellen. - Christin Klose/dpa-tmn

Denn erst dann ist klar, ob und wie Scheinwerfer und Luftdruck angepasst werden müssen.

Machen Sie einen Strecken-Check

Ist der Wagen startbereit, folgt ein Blick auf die Route. Ist die Strecke gebührenpflichtig? Kann man sich schon vorab eine Vignette besorgen?

Laut Gerrit Reichel sind Automobilclubs eine gute Adresse, da in manchen Ländern die Vignette nur noch in digitaler Form ausgegeben wird. Kameras auf der Autobahn scannten dann zum Abgleich mit dem Vignettenkauf das Kennzeichen.

Fahren Sie mit mässiger Geschwindigkeit und sparen Sie Sprit

Voll beladen beschleunigt und reagiert das Auto träge und der Spritverbrauch steigt. Als Faustformel gilt: 100 Kilogramm schlagen an der Zapfsäule etwa mit einem halben Liter je 100 Kilometer zu Buche.

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Wer an der Zapfsäule sparen möchte, sollte nach Ansicht der Experten seine Fahrweise anpassen. - Christin Klose/dpa-tmn

Reisende sollten konstant 120 bis 130 km/h fahren und häufiges Gasgeben sowie heftiges Abbremsen vermeiden.

Die richtige Fahrweise spart Nerven

Stockt es auf der Autobahn, weil eine Fahrspur gesperrt ist, heisst es einfädeln lassen – und zwar nach dem Reissverschlussprinzip.

Als Empfehlung gilt: Autofahrer, die sich auf der Spur mit dem Hindernis befinden, bleiben dort und fädeln sich erst unmittelbar vor Ende auf die weiterführende Spur ein. Andernfalls verstopfe man diese nur.

Genauso sollten Autofahrer ihrer Ansicht nach nicht gleich die vorgeschlagene Ausweichroute des Navis wählen.

Viele Geräte lieferten zwar Stauwarnungen in Echtzeit. Die meisten greifen aber auf die gleichen Informationen zurück, wodurch alle auf dieselbe Umfahrung ausweichen und der Stau sich verlagert.

Daher: Erst bei einer Vollsperrung oder einem Stau von mehr als zehn Kilometern abfahren.

Ruhe bewahren ist deshalb Gold wert. Drängelt jemand auf der Autobahn, sollte man nicht versuchen, ihn auszubremsen. Das ist extrem gefährlich und Selbstjustiz.

Vielmehr empfiehlt es sich, die Polizei zu informieren und eine Strafanzeige zu stellen.

Denken Sie rechtzeitig an die Rettungsgasse

Laut Unfallforscher Markus Egelhaaf, reagieren viele Autofahrer zu spät – erst dann, wenn sich Rettungsfahrzeuge von hinten nähern.

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Rettungsgasse bilden: Ruhe bewahren und seitlich einreihen. - Christin Klose/dpa-tmn

Stattdessen: Eine Gasse freihalten, sobald Fahrzeuge Schritt fahren oder zum Stand kommen. Andernfalls gehe durch das Rangieren Zeit verloren. Die ganz linke Spur weicht dann immer nach links aus, die anderen nach rechts.

Fahren Sie rechtzeitig los

Morgendstund hat Gold im Mund: Familien sollten mit Kleinkindern Fahrzeiten wählen, zu denen die Kleinen schlafen.

Ein positiver Nebeneffekt der frühen Morgen- und späten Abendstunden sind die niedrigeren Temperaturen und zumeist leereren Strassen.

Kinder bis zwölf Jahren oder unter 150 cm Körpergrösse benötigen einen Kindersitz. Alle zwei Stunden sollte eine aktiven Pause eingelegt werden.

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