Die fünf schönsten Wanderungen durch blühende Obstbäume

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Birseck,

Wenn im Frühling die Obstbäume blühen, wirkt die Landschaft fast märchenhaft. Wir zeigen fünf kurze Wanderungen durch besondere Obstgärten der Schweiz.

Obstgärten
Auf der Strecke zwischen dem Dorf Berg und Altnau im Kanton Thurgau gibt es Obstgärten, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. - Heinz Staffelbach

Vielleicht das schönste Erlebnis im Jahreskreislauf ist für Naturliebhaber die Blüte der Obstbäume. Wie grosse leuchtende Kugeln stehen dann die Bäume in der frischen, grünen Landschaft. Sie stehen symbolisch für die überbordende Lebendigkeit des Frühlings.

Auch wenn in den letzten Jahrzehnten viele Niederstamm-Anlagen angelegt wurden, so gibt es noch immer wunderschöne Hochstamm-Obstgärten. Sie sind nicht nur für die Artenvielfalt wertvoller, sie geben auch der Landschaft eine Seele.

Hier finden Sie fünf der lohnendsten kurzen Wanderungen durch die schönsten Obstgärten der Schweiz:

Mit Alpenblick und Burgruine

Zugerberg (ZG): Dass im Zugerland auch andere Früchte als Äpfel und Birnen reifen, zeigt das bekannteste «Obstprodukt» des Kantons: Die Zuger Kirschtorte. Eine besonders lohnende Region für eine Frühlingswanderung ist der Zugerberg.

Mit der Standseilbahn geht es in wenigen Minuten hoch auf die hügelige Terrasse auf fast 1000 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick über den funkelnden Zugersee bis weit in die Innerschweizer Alpen.

Zugerberg
Auf dem Zugerberg, inmitten von blühenden Obstbäumen, reicht der Blick bis weit in die Innerschweizer Alpen. - Heinz Staffelbach

Die schönsten Obstbaumplantagen liegen etwas verstreut auf dem Weg nach Allenwinden. Zum Schluss wartet noch ein ganz anderes Highlight. Auf einem Sporn hoch über der Lorze und mitten im Wald liegen hier die Überreste der Ruine der Burg Wildenburg aus dem 13. Jahrhundert.

Die Wanderung: Von Zugerberg via Mittelmatt, Eschmannshof, Allenwinden und die Burgruine Wildenburg zur Bushaltestelle Baar, Tobelbrücke-Höllgrotten. 7,2 km, 90 m Aufstieg, 410 m Abstieg, ca. 2 Stunden.

Weitere Informationen: www.zug-tourismus.ch

Bummel durch Mostindien

Seerücken (TG): Die vielleicht bekannteste Region für Obstbäume in der ganzen Schweiz ist der Seerücken am Bodensee. Nicht umsonst wird dieser lange Hügelzug, ja eigentlich der ganze Thurgau, auch liebevoll «Mostindien» genannt.

Gehst du gerne auf Wanderungen?

Eine tolle zweidreiviertelstündige Wanderung beginnt im Dorf Berg bei Weinfelden und führt durch die liebliche, leicht gewellte Landschaft nach Altnau. Schon kurz nach dem Start erreicht man in Birwinken die ersten schönen Obstbaumgärten; einige davon haben gar Preise gewonnen.

Plantagen
Die Höhe der alten Hochstammbäume ist beeindruckend. In der Region Altnau finden sich aber auch viele Niederstamm-Plantagen. - Heinz Staffelbach

Gut sind die vielen Kleinstrukturen wie Asthaufen und Hecken zu sehen, die kleinen Säugetieren wie Wieseln und Igeln Unterschlüpfe bieten. In der Region Altnau finden sich auch grosse Niederstamm-Plantagen, die einfacher zu bewirtschaften, aber ökologisch nicht so wertvoll sind wie Hochstamm-Obstgärten.

Die Wanderung: Von der Bahnstation Berg via Birwinken und Herrenhof nach Altnau, Schmitteweg. 10,7 km, 100 m Aufstieg, 200 m Abstieg, ca. 2 ¾ Stunden.

Weitere Informationen: thurgau-bodensee.ch

Naturparadies Chirsweg

Nuglar-St. Pantaleon (SO): «Kurz aber oho!» könnte man zu dieser Rundwanderung im Solothurner Jura sagen. Denn um die beiden Dörfer Nuglar und St. Pantaleon stehen noch heute etwa 10‘000 Obstbäume – und das schafft keine andere Gemeinde weitherum.

Ein ausgeschilderter Rundweg, der Chirsiweg, führt durch die ganze Landschaft. So ein hochstammreiches Gebiet ist natürlich ökologisch sehr wertvoll. In den lediglich extensiv gepflegten Wiesen gedeihen zahlreiche Blumenarten, von denen sich wieder viele Insekten und Schmetterlinge ernähren können.

Chirsiweg
Auf dem Chirsiweg in Solothurn spazieren Wandernde durch 10‘000 Obstbäume. - Heinz Staffelbach

Der Grün- und der Buntspecht finden hier Nahrung, und es soll sogar schon der seltene Wendehals gesichtet worden sein. Das alles ist dank engagierten Landwirten möglich, und wer im Juni und Juli hier gleich Kirschen kauft, unterstützt den Erhalt dieser fantastischen Landschaft.

Die Wanderung: Von Nuglar, Neunuglar auf dem ausgeschilderten Rundweg zurück zum Startpunkt. 4,2 km, je 170 m Auf- und Abstieg, ca. 1 ¼ Stunden.

Weitere Informationen: kantonsolothurntourismus.ch und www.nuglar.ch

Selber pflücken und Badespass kombinieren

Am Bielersee (BE): Auch diese Wanderung auf den Hügelzügen östlich des Bielersees ist eher kurz, bietet aber gleich drei Extras. Die Tour startet im kleinen Hermrigen, und am oberen Dorfrand liegt der ProSpecieRara-zertifizierte Obstgarten Berg.

Hier stehen etwa 40 Hochstamm-Obstbäume, mit Kirschen, Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Quitten. Ein besonderes Erlebnis ist es, hier zur Reifezeit die Früchte (nach Anmeldung) gleich selber zu pflücken. Nach der Durchquerung des Oberholzwaldes erreicht man Mörigen, mit tollem Blick über den Bielersee und zum Chasseral.

Auch um dieses Dorf liegen verstreut einige schöne Hochstamm-Obstgärten. Der perfekte Abschluss der Wanderung: Ein erfrischendes Bad im Bielersee beim Badeplatz in der Mörigenbucht.

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Die Wanderung: Von Hermrigen, Dorf via Mörigen und die Mörigenbucht zur Bahnstation Lattrigen. 5,8 km, 120 m Aufstieg, 130 m Abstieg, ca. 1 ½ Stunden.

Weitere Informationen: madeinbern.ch und obstgartenberg.ch

Im Aargauer Chriesi-Land

Fricktal (AG): Die Obstbäume in der Nordwestschweiz und im Umfeld von Basel haben Glück. Während im Mittelland oft kühle Nebel liegen, scheint hier gerne bereits die Sonne und die lässt Blüten und Früchte an den Obstbäumen wunderbar reifen. Besonders bekannt hier ist das Fricktal.

Von diesem Haupttal zweigen zahlreiche Tälchen ab, in denen wiederum Dörfer mit schönen Obstplantagen liegen. Man könnte also beinahe ziellos unterwegs sein und dabei die schönsten Gärten «mitnehmen».

Fricktal
Das Fricktal ist bekannt für seine hohe Dichte an Chriesibäumen, die die Landschaft während der «Bluescht» in ein weisses Blütenmeer verwandeln. - Heinz Staffelbach

Eine lohnende Tour führt von Frick über die Burgruinen Alt Tierstein und Alt Homberg nach Wittnau. Wer Lust hat, wandert hier noch weiter auf dem Aargauer Weg 42 nach Kiental – hier gibt es sogar einen Mandelbaum-Obstgarten.

Die Wanderung: Von Frick via die Burgruinen Alt Tierstein und Alt Homberg nach Wittnau, Mitteldorf. 8,8 km, 380 m Aufstieg, 340 m Abstieg, ca. 2 ½ Stunden.

Weitere Informationen: aargautourismus.ch

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.

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