Shopping

    Shopping: Schweizer Wörter und Redewendungen rund ums Einkaufen

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Bern,

    Shopping ist ein vielseitiges Wort. Kein Wunder, gibt es auch in der Schweiz viele Redewendungen rund um das Einkaufsvergnügen. Wir verraten, was sie bedeuten.

    Shopping
    Shopping steht für: Einkaufstätigkeit und -erlebnis. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es gibt viele Wörter und Redewendungen rund um das englische Wort Shopping.
    • Bei den Lehnwörtern in der Schweiz dominiert das Englische gegenüber dem Französischen.

    «Kömerle im Lädeli» war vor Jahrzehnten ein üblicher Satz. Heute sorgt er jedoch selbst bei der jüngeren Generation für hochgezogene Augenbrauen. Tatsächlich ist das mittlerweile veraltete «kömerle» (auf Deutsch «einkaufen») noch gar nicht so alt. Doch wie viele andere schweizerdeutsche Begriffe wird es heute kaum noch verwendet.

    Gehen Sie gerne einkaufen?

    Französisch als Ausgangssprache

    Frühe schweizerdeutsche Wörter für das Einkaufen haben sich aus dem Französischen entwickelt. So sind «kömerle» und «kommissiönle» vor allem im westlichen Teil der Deutschschweiz Kurzformen von «Kommissione mache».

    Und dies wiederum ist eine eingedeutschte Version des französischen Begriffs «faire des commissions». Kleine Ironie am Rande: Auch in Frankreich ist dieser klassische Ausdruck auf dem Rückzug. Hier spricht man immer wieder häufiger von «faire du shopping», wenn es zum Einkaufen geht.

    Einkaufen
    Wir gehen oft einkaufen, um uns wohl zu fühlen. - Depositphotos

    Deutsche Wurzeln hat dagegen das ebenfalls veraltete Verb «poschte». Es stammt von der guten alten Post – im Sinne von Botendiensten – ab.

    In früheren Jahrzehnten gingen «Poschtbuebe» und «Poschtmädli» gegen Bezahlung für wohlhabende Menschen einkaufen. Später gingen die Hausfrauen dann selbst «poschte», wenn sie etwas einkaufen mussten. Heute gehen sie eher etwas « go choufe», wenn sie nicht gleich shoppen gehen.

    Shopping: Gekauft wird im Lädeli

    Die Schweizerinnen und Schweizer gehen vor allem im «Lädeli» (zu Deutsch «Laden») einkaufen. Ein ganz ähnlicher Begriff ist das «Gschäft», das sich vom deutschen «Geschäft» ableitet.

    Wörter
    Viele Wörter in der Schweiz stammen auch aus dem Französischen. - Depositphotos

    Doch Vorsicht! Das «Lädeli» ist nicht mit dem «Löödli» zu verwechseln. Hierbei handelt es sich vielmehr um einen Beutel oder eine Einkaufstüte. Das gebräuchlichere Wort in der Schweiz ist das «Seckli», das sich vom Papiersack ableitet. In beiden werden die getätigten Einkäufe nach Hause getragen.

    Bummeln statt Onlineshopping

    Immer mehr Einkäufe erfolgen online. Laut Bundesamt für Statistik bestellten 2023 71 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer innerhalb von drei Monaten etwas im Internet. Das Herumscrollen auf dem Smartphone ist jedoch nicht Shopping vor Ort zu vergleichen. Dann nämlich ist bummle angesagt, also ein entspannter Spaziergang durch die «Lädelis» der Stadt.

    Shopping
    Statt bummeln zu gehen, kaufen immer mehr Schweizer online ein. - Depositphotos

    Neben grossen Einkäufen finden sich hier oft kleine Aufmerksamkeiten, die spontan mitgenommen genommen werden. Oder wie es in Zürich so charmant heisst «‘s Gschänkli für es Fränkli».

    Redewendungen rund ums Shopping

    Eine der schönsten Redewendungen, an der Nicht-Schweizer regelmässig scheitern, lautet: «d’Chatz im Sack choufe», also «die Katze im Sack kaufen». Gemeint ist damit, dass Produkte niemals unbesehen gekauft werden sollten. Das gilt übrigens, auch wenn die Ware mit «‘s Beschte wos je hets gits» angepriesen wird: «Das Beste, was je gegeben hat».

    Redewendungen
    Redewendungen rund ums Shopping gibt es viele. - Depositphotos

    Bei Sonderangeboten gilt ausserdem die Devise «‘S het solang’s het»: «Das Angebot gilt, solange noch etwas da ist». Da sagt dann die eine Shoppingfreundin zur anderen ganz charmant: «Hopp de Bäse» – «beeil dich!» Und wenn die Arme dann schon vom Tragen der vielen Einkaufstüten schmerzen, kommt irgendwann das Fazit: «S isch gnueg Heu dunde». Was so viel bedeutet wie «Das Mass ist voll».

    Kommentare

    User #3411 (nicht angemeldet)

    Wir hier im Aargau Region Zofingen sagen nach wie vor: ich goh goh poschte.

    User #2715 (nicht angemeldet)

    Im Glarnerland heissts „gu tedlä“ wenn man Dinge kauft die man eigentlich nicht braucht ☺️

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