Pleite vor Monaten: Rüedu-Container stehen immer noch leer herum
Seit Juli gibt es den Selbstbedienungs-Hofladen Rüedu nicht mehr. Doch die Container stehen noch immer herum. Was steckt dahinter?

Das Wichtigste in Kürze
- Die Hofladen-Kette Rüedu ist seit Juli pleite. Die Container stehen jedoch immer noch da.
- Sie gehörten offenbar nicht Rüedu und können daher nicht versteigert werden.
- Das Konkursamt muss nun prüfen, wem sie gehören. Ob und wann die Container verschwinden, ist noch unklar.
Einst ploppten immer mehr von ihnen auf, nun sind sie leer: Die grauen Holzcontainer von Selbstbedienungshändler Rüedu.
Nach einer gescheiterten Expansion im Jahr 2024 fokussierte sich die Berner Hofladen-Kette auf den Raum Bern. Doch Ende Juli wurde bekannt, dass es nun ganz vorbei ist. Rüedu war pleite, alle 19 Standorte geschlossen, alle Mitarbeitenden ihren Job los.
Was auffällt: Obwohl die Selbstbedienungs-Läden seit Juli geschlossen sind, stehen sie bis heute herum. Das Rüedu-Logo und ein Schreiben, das auf das sofortige Ende hinweist, inklusive.
Die Container in Weissenbühl und Wabern zum Beispiel sehen aus, als wären sie noch gestern geöffnet gewesen.
Was steckt dahinter?
Container gehörten nicht Rüedu
Wer nun darauf planget, dass es für die Selbstbedienungs-Hofläden doch noch Hoffnung gibt, wird enttäuscht. Mit einer möglichen Wiedereröffnung scheinen die herumstehenden Container nichts zu tun zu haben.
Derzeit läuft das Konkursverfahren – zuständig sind also nicht mehr die ehemaligen Eigentümer, sondern das Konkursamt-Bern Mittelland.
Géza Hirt, Betreibungs- und Konkursfachmann beim Amt, erklärt gegenüber Nau.ch, warum die Container noch immer verlassen dastehen: «In einem Konkursverfahren nimmt das Konkursamt als ersten Schritt das Inventar auf und trifft die nötigen Sicherungsmassnahmen. An allen Containern wurde von Dritten eine Eigentumsansprache geltend gemacht.»
Kurz: Die Container gehörten nicht Rüedu selbst. Medienberichten zufolge zahlte die Hofladenkette dafür Miete.
Sie gehören damit also voraussichtlich auch nicht zur Konkursmasse von Rüedu. Darum können sie auch nicht versteigert oder verkauft werden.
Wem die Container wirklich gehören, ist nicht bekannt. Das muss das Konkursamt nun prüfen, wie Hirt erklärt.
Was damit passiert und wie lange sie noch stehen bleiben, wird sich zeigen.
Finanzierung scheiterte
Das Unternehmen befand sich seit März 2025 in einer Sanierung, für eine Rettung wäre zusätzliches Investorenkapital nötig gewesen. Trotz mehrerer Gespräche sei die Finanzierung aber gescheitert, hiess es in der Mitteilung.
Mitgründer Tom Winter sagte: Man sei «tief traurig und enttäuscht», dass es nicht gelungen sei, das Format erfolgreich weiterzuführen.
Rüedu betrieb in der Stadt und Agglomeration Bern rund 20 durchgehend zugängliche Selbstbedienungs-Standorte in Form von Containern oder festen Ladenlokalen.
Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen laut eigenen Angaben rund 52'000 Kundinnen und Kunden.











