Gesundheit Aargau: «Dry January» – der Trend zur bewussten Abstinenz
In der Schweiz gewinnt bewusster Alkoholverzicht an Bedeutung. Trends wie der «Dry January» tragen dazu bei.

Das Wichtigste in Kürze
- Bewusste Abstinenz wie der "Dry January" fördert Reflexion über Alkoholkonsum.
- Bereits kurze, alkoholfreie Phasen bieten messbare Effekte auf Gesundheit.
Der zeitlich begrenzte Alkoholverzicht gewinnt in der Schweiz seit mehreren Jahren stetig an Beliebtheit. Aktionen wie der «Dry January» stehen exemplarisch für ein verändertes Verhältnis zu Alkohol und Konsumgewohnheiten.
Doch was bedeutet eigentlich «Dry January»? In diesem Fall bedeutet es, direkt nach dem Neujahrswechsel auf Alkohol zu verzichten. Und das für einen ganzen Monat.

Im Zentrum steht nicht Verzicht um jeden Preis, sondern die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Der «Dry January» soll dazu dienen, Routinen zu hinterfragen und neue Prioritäten im Alltag zu setzen.
Dabei zeigt sich, dass temporäre Abstinenz gesellschaftlich akzeptierter ist, als früher angenommen wurde. Immer mehr Menschen trinken weniger Alkohol oder planen, eine Pause einzulegen.
Entwicklungen des Alkoholkonsums in der Schweiz
Auch statistische Daten weisen auf eine zunehmende Sensibilisierung in der Schweizer Bevölkerung hin. Wie das Bundesamt für Statistik in seiner Gesundheitsbefragung beschreibt, verändert sich das Konsumverhalten messbar.
Die Daten deuten darauf hin, dass gesundheitliche Überlegungen zunehmend Einfluss auf Alltagsentscheidungen nehmen.
Gesundheit nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein
Ein zentraler Beweggrund für bewusste Abstinenz liegt in den gesundheitlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum. Wie die Universität Zürich in einer Studie von 2022 beschreibt, zeigen sich bereits nach vier Wochen messbare Effekte.

Untersucht wurden unter anderem Blutdruck, Schlafqualität und subjektives Wohlbefinden der Teilnehmenden. Die Forschenden stellten fest, dass sich mehrere Herz- und Blutgefässe betreffende Risikofaktoren in kurzer Zeit positiv veränderten.
Solche Erkenntnisse tragen dazu bei, dass der Verzicht auf Alkohol immer ernster genommen wird.
Psychosoziale und kulturelle Dimensionen
Neben körperlichen Effekten spielen psychologische Aspekte eine wichtige Rolle bei diesem Trend. Der bewusste Verzicht stärkt das Gefühl von Selbstkontrolle und fördert die Reflexion sozialer Gewohnheiten.

Viele Menschen berichten, dass sie Einladungen, Stresssituationen oder Feierabende neu bewerten. Gleichzeitig wächst das Angebot an alkoholfreien Getränken, was soziale Teilhabe ohne Rechtfertigungsdruck erleichtert.
Damit verändert sich auch die kulturelle Bedeutung von Alkohol im gesellschaftlichen Miteinander. Man muss nicht mehr «dazu gehören» und Alkohol trinken, wie es vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war.
Kosten von Alkohol
Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass durch den Verzicht auf Alkohol Geld gespart wird. Immer mehr Heranwachsende investieren ihr Geld in andere Beschäftigungen, anstatt es am Wochenende für Partys auszugeben.
Gesellschaftliche Akzeptanz wächst weiter
Auch Unternehmen erkennen die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol. Betriebliche Gesundheitsförderung berücksichtigt alkoholfreie Angebote bei Anlässen.

Führungskräfte werden gezielt für das Thema sensibilisiert. Dies kann die Arbeitsfähigkeit stärken und krankheitsbedingte Ausfälle langfristig reduzieren.
Alkoholfrei zu leben bedeutet nicht, einen starren Lebensstil zu führen. Vielmehr geht es um bewusste Kontrolle und das Setzen persönlicher Grenzen. Die Entscheidung ist individuell und situationsabhängig.
Gerade diese Offenheit macht alkoholfreie Lebensweisen für viele Menschen attraktiv. Mit zunehmender Sichtbarkeit sinkt auch die Hemmschwelle, «Nein» zu sagen.















