Vorsorge

    Altersvorsorge für Frauen: Darauf müssen Sie unbedingt achten

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Bern,

    Hierzulande sollten Frauen auf eine ausreichende Vorsorge achten. Denn noch immer sind sie von der Altersvorsorgelücke – dem Gender Pension Gap – betroffen.

    Symbolbild Vorsorge
    Auch im Scheidungsfall haben Sie ein Mitspracherecht über Ihr angespartes Vermögen aus der Vorsorge. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Hierzulande erhalten Frauen im Durchschnitt 16'239 Franken weniger Rente.
    • Trotzdem können sie sich im Alter ausreichend absichern.

    Auf den ersten Blick wirken die Zahlen in der Schweiz gar nicht dramatisch: Bei der AHV-Rente, der ersten Säule, sind Männer und Frauen in der Schweiz nämlich fast gleich auf. Dass es dennoch einen enormen Gender Pension Gap (Altersvorsorgelücke) gibt, liegt vor allem an der zweiten Säule, der beruflichen Altersvorsorge.

    Haben Sie für Ihre Rente vorgesorgt?

    Laut Bundesamt für Statistik betrug die durchschnittliche Gesamtrente einer Schweizer Frau im Jahr 2022 36'433 Franken, die eines Mannes jedoch 52'672 Franken. Dies liegt vor allem an den unterschiedlichen Erwerbsmodellen.

    Symbolbild Vorsorge
    Frauen sind besonders häufig von Altersarmut betroffen. - Depositphotos

    Frauen pausieren oft mehrere Jahre ganz und arbeiten dann Teilzeit, um sich der Kinderbetreuung zu widmen. Insgesamt beziehen lediglich 49,9 Prozent der Frauen überhaupt eine Rente aus der zweiten Säule. Bei den Männern sind es 68,9 Prozent.

    Das können Frauen gegen den Gender Pension Gap tun

    Eine Möglichkeit für Frauen ist es natürlich, früher wieder Vollzeit zu arbeiten und so mehr in die berufliche Vorsorge zu investieren. Dies machen ihnen aktuell noch die enormen Kosten für die Kinderbetreuung in der Schweiz unmöglich.

    Unterlagen
    Machen Sie sich mit Ihren Unterlagen vertraut, damit Sie den Überblick über Ihre Vorsorge behalten. - Depositphotos

    Kitas sind in der Schweiz weitestgehend Privatunternehmen und ein Platz kostet pro Woche locker 2000 bis 3000 Franken. Da lohnt es sich junge Mütter nicht arbeiten zu gehen. Immerhin steuern die ersten Kantone mittlerweile mit Subventionen gegen. Basel hat die Gebühren beispielsweise auf maximal 1600 Franken gesenkt.

    Frauen sollten dabei eben auch die spätere Rente bedenken. Selbst wenn der aktuelle Lohn zum grösseren Teil von den Kita-Gebühren aufgefressen wird, können sie doch eine höhere berufliche Vorsorge aufbauen.

    Deshalb ist die private Vorsorge so wichtig

    Ganz wichtig ist für Frauen die private Vorsorge der Säule 3a. Dazu können sie bis zu 20 Prozent des Einkommens in eine gebundene Vorsorge einzahlen und steuerlich geltend machen. Der Maximalbetrag für angestellte Frauen beträgt, 7258 Franken, der für selbstständig tätige Frauen 36'288 Franken.

    Symbolbild Vorsorge
    Die private Vorsorge ist wichtig, um im Alter geschützt zu sein. - Depositphotos

    Dabei müssen keine grossen Summen eingezahlt werden. Wichtiger ist eine möglich lange Laufzeit, um den Zinseszinseffekt zu nutzen. Bei einer Einzahlung von 50 Franken pro Monat und einer Laufzeit von 40 Jahren, macht die eigene Investition nur noch ein Drittel des Ertrags aus.

    Vorsicht Konkubinat

    Frauen, die nicht oder nur Teilzeit arbeiten, sollten ausserdem stets eine mögliche Trennung im Hinterkopf behalten. Verheiratete Frauen sind in dieser Hinsicht abgesichert: Kommt es zur Scheidung, steht der Frau die Hälfte der angesparten Gelder der AHV, Pensionskasse und Säule 3a zu. Ganz gleich, wie wenig sie selbst eingezahlt hat.

    Zusammenlebe
    Beim nichtehelichen Zusammenleben müssen Sie bestimmte Dinge beachten. - Depositphotos

    Beim sogenannten Konkubinat, also dem nichtehelichen Zusammenleben, ist dies jedoch nicht der Fall. Hier müssen Paare, insbesondere Frauen, selbst aktiv werden: Nach fünfjährigem (nachweislichen) Zusammenleben können sie einem Ehepartner gleichgestellt in der Pensionskasse angemeldet werden. Allgemein lohnt es sich hier, einen sogenannten Konkubinatsvertrag aufzusetzen, der die finanziellen Aspekte der Vorsorge regelt.

    Kommentare

    User #1960 (nicht angemeldet)

    Das Rezept ist sehr einfach. Gute Ausbildung Vollzeit arbeiten und keine Kinder.

    User #2414 (nicht angemeldet)

    Bei den heutigen Gesetzen leben Frauen mit Kindern im Alter in Armut. Keine Spur von Gleichberechtigung.

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