Kardiologe erklärt: Das passiert bei einem Herzinfarkt im Körper

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    Bern,

    Er trifft jedes Jahr überall auf der Welt viele Menschen. Ein Herzinfarkt ist wie eine kleine Explosion – und immer ein Notfall.

    herz zuckerersatz xylit
    Forschende der Berliner Charité untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen Xylit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Symbolbild) - Unplash

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Herzinfarkt hat viele Gesichter.
    • Typische Zeichen sind starker Schmerz in der Brust, Luftnot, kalter Schweiss oder Übelkeit
    • Wenn unbekannte Beschwerden in der Brust auftreten, sollte man unbedingt tätig werden.

    (dpa/tmn) - Ein starker vernichtender Schmerz in der Brust: Das ist ein typisches Zeichen für einen Herzinfarkt. Doch er kann sich auch subtiler äussern: etwa durch Luftnot, kalten Schweiss und Übelkeit.

    «Der Herzinfarkt hat viele Gesichter», sagt Kardiologe Prof. Heribert Schunkert von der Deutschen Herzstiftung. Und erläutert: Unklare Beschwerden in der Brust sollte man immer ernstnehmen.

    Frage: Herr Schunkert, was passiert bei einem Herzinfarkt im Körper?

    Heribert Schunkert: Das ist so was wie eine kleine Explosion in der Herzkranzarterie. Die geht von Ablagerungen in der Gefässwand aus, die plötzlich aufbrechen und zu einer Gerinnsel-Bildung führen.

    Das Gerinnsel verstopft die Arterie und schneidet den Herzmuskel von der Blutversorgung ab. So kommt es plötzlich und unvermittelt zum Ausfall der Leistung in der betroffenen Region des Herzens und damit auch zu einem Abfall in der Blutversorgung des Körpers.

    Frage: Durch welche Symptome macht sich das bemerkbar?

    Schunkert: Der Herzinfarkt hat viele Gesichter. Weil er so plötzlich und unvermittelt kommt, und weil jeder Mensch so anders darauf reagiert. Typisch sind starke, ja vernichtende Schmerzen in der Brust.

    Aber: Die Schmerzen können auch weniger stark ausfallen. Ein Herzinfarkt kann sich unter anderem auch in Form von Luftnot, Übelkeit und Kaltschweissigkeit äussern.

    Wenn Beschwerden in der Brust in jedweder Form so nicht bekannt sind und man sie sich nicht erklären kann, sollte man tätig werden.

    Frage: Was ist dann zu tun?

    Schunkert: Dann muss der Notruf 112 verständigt werden. Wir können im Krankenhaus in fast allen Fällen die betroffene Ader im Herzen wieder öffnen, sodass das Blut wieder fliessen kann.

    Dabei zählt aber jede Minute, auch um Schäden am Herzmuskelgewebe zu minimieren und damit das Risiko von Langzeitfolgen wie einer Herzschwäche gering zu halten.

    Herz und Tabletten
    Während man auf einen Krankenwagen wartet, kann man etwa eine Tablette Aspirin, in der 100 Milligramm Acetylsalicylsäure stecken, zu sich nehmen. - Pexels

    Während man auf den Rettungswagen wartet, macht man in der Regel nichts falsch, wenn man 100 Milligramm Acetylsalicylsäure, die etwa in einer Tablette Aspirin stecken, zu sich nimmt. Weil das positiv auf die Blutplättchen wirkt.

    Sonst gilt: Ruhe bewahren und nach Möglichkeit jemanden verständigen, um nicht alleine zu sein.

    Denn die grösste unmittelbare Gefahr eines Herzinfarkts ist das Auftreten von bösartigen Herzrhythmusstörungen, die innerhalb von Minuten zum Herzstillstand führen können. Dann ist es wichtig, dass jemand da ist, der sofort eine Herzdruckmassage durchführen kann.

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