Darum solltest du dein Kind nicht zum Entschuldigen zwingen
Kinder zum Entschuldigen zwingen? Keine gute Idee. Stattdessen fördern Geduld und liebevolles Verhalten die Entwicklung von Einfühlungsvermögen.

Kleine Kinder befinden sich in einer frühen Entwicklungsphase, in der Empathie noch nicht voll ausgeprägt ist. Bis zum Alter von etwa drei bis vier Jahren lernen sie erstmal, ihre eigenen Gefühle und die anderer zu unterscheiden.
Empathische Fähigkeiten entwickeln sich also serst schrittweise, beginnend mit einer egozentrischen Sichtweise. Deshalb verstehen sie noch nicht vollständig, wie ihr Verhalten andere verletzt.
Empathie entwickelt sich langsam
Zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr nehmen Kinder Gefühle anderer nur begrenzt wahr. Sie reagieren eher automatisch als bewusst mitfühlend auf Situationen.

Mitgefühl und echtes Verstehen entstehen oft erst nach dem Spiel mit anderen und durch Nachahmung erwachsener Vorbilder. In diesem Alter hilft ihnen das Nachspielen beim Erlernen sozialer Regeln und Emotionen.
Warum nicht zum Entschuldigen zwingen?
Kleine Kinder können oft nicht verstehen, warum sie sich entschuldigen sollen. Zwingen Eltern sie dazu, kann das kindliche Vertrauen beeinträchtigt werden.
Entschuldigungen müssen dabei freiwillig und ehrlich sein, nur so fördern sie soziales Lernen. Andernfalls lernen Kinder, dass Entschuldigungen Mittel zur Vermeidung von Konsequenzen sind.
Alternativen im Umgang mit Fehlverhalten
Eltern sollten Fehlverhalten sichtbar benennen und erklären, warum es unangemessen ist. Sie können Empathie fördern, indem sie beispielhaft Gefühle anderer beschreiben.
Statt Strafe und Zwang hilft eine ruhige Ansprache, Verständnis zu wecken. Bei Fehlverhalten gegenüber anderen Kindern können sich Eltern auch gemeinsam mit ihrem Kind entschuldigen.

Dabei können sie im Namen ihres Kindes sprechen und um Verzeihung bitten.
Die Vorbildrolle der Eltern
Eltern sind wichtige Lernvorbilder in der Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Kinder übernehmen Verhaltensweisen und Stimmungen von Bezugspersonen.
Ein mitfühlender und respektvoller Umgang fördert Empathie und Konfliktbewältigung. Eltern sollten Gefühle selbst offen zeigen und konstruktiv mit Fehlern umgehen.
Natürlich handeln auch Eltern manchmal falsch oder ungerecht. Eine Entschuldigung beim Kind in entsprechenden Situationen fördert eine gesunde Eltern-Kind-Bindung und das Selbstwertgefühl des Kindes.
Mitgefühl und Empathie statt stumpfes Funktionieren
Das Erlernen von Empathie braucht Zeit und Geduld bei kleinen Kindern. Zwang zum Entschuldigen überfordert sie oft und hemmt echtes Mitgefühl.

Ein behutsamer, erklärender Umgang unterstützt die soziale Entwicklung viel nachhaltiger. Eltern können durch Modellverhalten und liebevolle Kommunikation das soziale Lernen fördern.
So wachsen Kinder zu sozial verantwortungsvollen Menschen heran.