MG IM6: Tesla-Jäger mit Gewichtsproblem
Stark, elegant und vollelektrisch: Der MG IM6 begeistert mit innovativer 800-Volt-Technik, viel Platz und Luxus. Doch wo liegen die Schwächen?

Waren sich etablierte Premium-Hersteller von Elektroautos zu lange ihrer Marktanteile sicher? Der neue MG IM6 stösst mit seiner modernen 800-Volt-Architektur direkt in dieses Segment vor.

Schweizer Anforderungsprofile verlangen von modernen Fahrzeugen echte Ganzjahres-Effizienz und höchste Zuverlässigkeit. Der Herausforderer aus China liefert dafür bereits auf dem Papier beeindruckende Eckdaten ab.
Das fernöstliche Modell lädt im idealen Szenario in knapp zehn Minuten Energie für rund 400 Kilometer nach. Ein innovatives digitales Fahrwerk ermöglicht im Alltag sogar präzises Diagonalfahren auf engstem Raum.
Rekord-Technik im Schlagabtausch mit Tesla
Die Beschleunigung von null auf hundert Kilometer pro Stunde gelingt im Allrad-Topmodell in etwa drei Sekunden. Damit lässt das futuristische SUV-Coupé selbst etablierte Supersportwagen beim Sprint mühelos hinter sich.
Eine angekündigte Feststoffbatterie verspricht künftig theoretische Reichweiten von weit über 800 Kilometern. Im direkten Schlagabtausch stellt diese Innovationskraft eine ernste Bedrohung für den Branchenpionier Tesla dar.

Die maximale Ladeleistung übertrifft selbst teurere Rivalen aus europäischer und US-amerikanischer Fertigung deutlich. Dieses technische Gesamtpaket setzt im Segment der elektrischen Premium-Mittelklasse markante neue Massstäbe.
Licht und Schatten im Fahrdynamik-Test
Trotz der imposanten Leistungswerte offenbart der Stromer bei genauer Betrachtung sichtbare Schwächen. Die synthetische Lenkung vermittelt am Steuer kaum Rückmeldung von der Strasse.
Der Konkurrent Tesla bietet weiterhin eine deutlich ausgereiftere Software mit intuitiverer Bedienung. Zudem schleppt der MG IM6 wegen seines mächtigen Akkus spürbaren Ballast auf der Waage mit.
Auf engen Schweizer Passstrassen leidet die gewohnte Agilität unter diesem hohen Leergewicht. In zügig gefahrenen Kurven drängt die schwere Karosserie nach aussen und erfordert feine Lenkkorrekturen.
Verarbeitung und Nutzen im Schweizer Alltag
Autokäufer erwarten hierzulande erstklassige Materialien und eine makellose Verarbeitung im Innenraum. Hier punktet der Neuling zwar mit feinen Lederbezügen, zeigt jedoch bei verdeckten Kunststoff-Details leichte Abstriche.
Das Infotainment-System reagiert zeitweise verzögert auf Eingaben über den riesigen Touchscreen. Dennoch bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis mit einem Basispreis von rund 50’000 Franken ein überzeugendes Argument für preisbewusste Käuferinnen und Käufer.
Klar ist: Etablierte globale Hersteller spüren die stark wachsende Konkurrenz aus Asien immer deutlicher. Der Neuling von MG sichert sich seinen Platz auf dem Schweizer Automarkt durch handfeste technische Fakten und ein rundes Gesamtpaket.











