Technik von morgen im Blech von gestern
Geniale Visionäre scheiterten oft an der Technik ihrer Zeit. Diese vier Autos zeigen eindrücklich, was damals schon möglich war und heute Standard ist.

Autos sind heute selbstverständlich vollgepackt mit Assistenzsystemen und Sensoren. Doch der Weg zum modernen Fahrzeug war gepflastert mit gescheiterten Träumen und mutigen Experimenten.
Oft fehlte den Ingenieuren schlicht die passende Technologie oder die Fertigung war für eine Grossserie zu teuer. Trotzdem verbauten sie Features, die wir erst Jahrzehnte später wirklich zu schätzen wissen.
Ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart faszinierende Parallelen zu unserer heutigen Mobilität. Und so manches Konzept war seiner Zeit einfach zu weit voraus.
General Motors EV1 – Der elektrische Märtyrer
Der General Motors EV1 war 1996 eine absolute Sensation auf dem US-Markt. Er bot einen rein elektrischen Antrieb, der völlig ohne lokale Emissionen auskam.

Doch die damals verfügbaren Blei-Säure-Batterien waren extrem schwer und boten nur wenig Reichweite. Zudem sahen viele einflussreiche Politiker und Öllobbyisten keine Zukunft im «Stromer».
GM rief schliesslich fast alle geleasten Modelle zurück und verschrottete sie unter Protest der Fans. Heute gilt der EV1 als der wichtigste Vorreiter der modernen Elektromobilität.
Audi A2 – Das missverstandene Sparwunder
Audi setzte beim A2 kurz nach der Jahrtausendwende konsequent auf Aluminium statt auf Stahl. Die innovative Space-Frame-Technologie sparte enorm viel Gewicht und verhinderte Rost.

Der Wagen verbrauchte extrem wenig Treibstoff und bot innen überraschend viel Platz. Leider schreckte das ungewohnte, hohe Design viele konservative Käufer damals ab.
Die Produktion war zudem sehr aufwendig und für den Konzern kaum rentabel. Heute ist der gebrauchte A2 in der Schweiz ein gefragter und robuster Klassiker.
Citroën DS – Schweben wie Gott in Frankreich
Die «Göttin» schockierte 1955 die Weltöffentlichkeit mit ihrer futuristischen, stromlinienförmigen Form. Die einzigartige hydropneumatische Federung bügelte jede Strassenunebenheit einfach weg und setzte neue Komfortmassstäbe.

Später kamen revolutionäre Kurvenlichter und ein halbautomatisches Getriebe als technische Highlights hinzu. Diese Technik war ihrer Zeit um mehrere Jahrzehnte voraus.

Viele moderne Autos erreichen diesen sänftenartigen Federungskomfort bis heute nicht ganz. Citroën definierte mit der DS den Begriff des technologischen Fortschritts neu.
Tucker 48 – Sicherheit um jeden Preis
Preston Tucker wollte kurz nach dem Krieg das sicherste Auto der Welt bauen. Der Tucker 48 besass eine gepolsterte Armaturentafel und eine bei Aufprall herausfallende Sicherheits-Frontscheibe zum Schutz der Insassen.

Ein markanter, mittiger Scheinwerfer drehte sich mechanisch mit der Lenkung mit. Diese frühe Idee des Kurvenlichts greifen Hersteller heute mit LED-Matrix-Licht wieder auf.

Nur 51 Exemplare wurden gebaut, bevor die Firma unter mysteriösen Umständen bankrottging.







