Technik von morgen im Blech von gestern

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Geniale Visionäre scheiterten oft an der Technik ihrer Zeit. Diese vier Autos zeigen eindrücklich, was damals schon möglich war und heute Standard ist.

Trucker 48
Tucker Pop-out-Windschutzscheibe: Ein patentiertes Sicherheitsmerkmal war die Frontscheibe, die bei einem Unfall nach aussen heraussprang, um Verletzungen zu vermeiden. - Wikipedia

Autos sind heute selbstverständlich vollgepackt mit Assistenzsystemen und Sensoren. Doch der Weg zum modernen Fahrzeug war gepflastert mit gescheiterten Träumen und mutigen Experimenten.

Oft fehlte den Ingenieuren schlicht die passende Technologie oder die Fertigung war für eine Grossserie zu teuer. Trotzdem verbauten sie Features, die wir erst Jahrzehnte später wirklich zu schätzen wissen.

Ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart faszinierende Parallelen zu unserer heutigen Mobilität. Und so manches Konzept war seiner Zeit einfach zu weit voraus.

General Motors EV1 – Der elektrische Märtyrer

Der General Motors EV1 war 1996 eine absolute Sensation auf dem US-Markt. Er bot einen rein elektrischen Antrieb, der völlig ohne lokale Emissionen auskam.

GM EV 1
Der GM EV1 war eines der ersten modernen Elektroautos, das in den 1990er Jahren in Serie produziert wurde, aber aufgrund verschiedener Faktoren wieder vom Markt genommen wurde. - Wikipedia

Doch die damals verfügbaren Blei-Säure-Batterien waren extrem schwer und boten nur wenig Reichweite. Zudem sahen viele einflussreiche Politiker und Öllobbyisten keine Zukunft im «Stromer».

GM rief schliesslich fast alle geleasten Modelle zurück und verschrottete sie unter Protest der Fans. Heute gilt der EV1 als der wichtigste Vorreiter der modernen Elektromobilität.

Audi A2 – Das missverstandene Sparwunder

Audi setzte beim A2 kurz nach der Jahrtausendwende konsequent auf Aluminium statt auf Stahl. Die innovative Space-Frame-Technologie sparte enorm viel Gewicht und verhinderte Rost.

Audi A2
Das Drei-Liter-Auto: Die 1.2 TDI-Variante war das erste fünftürige Auto der Welt, das im Schnitt nur 3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchte. - Audi

Der Wagen verbrauchte extrem wenig Treibstoff und bot innen überraschend viel Platz. Leider schreckte das ungewohnte, hohe Design viele konservative Käufer damals ab.

Die Produktion war zudem sehr aufwendig und für den Konzern kaum rentabel. Heute ist der gebrauchte A2 in der Schweiz ein gefragter und robuster Klassiker.

Citroën DS – Schweben wie Gott in Frankreich

Die «Göttin» schockierte 1955 die Weltöffentlichkeit mit ihrer futuristischen, stromlinienförmigen Form. Die einzigartige hydropneumatische Federung bügelte jede Strassenunebenheit einfach weg und setzte neue Komfortmassstäbe.

Citroen DS
Querschnitt: Die legendäre Hydropneumatik des Citroën DS. - Norbert Schnitzler

Später kamen revolutionäre Kurvenlichter und ein halbautomatisches Getriebe als technische Highlights hinzu. Diese Technik war ihrer Zeit um mehrere Jahrzehnte voraus.

Citroen DS
Der Citroën DS, auch bekannt als «Die Göttin». - Pixabay

Viele moderne Autos erreichen diesen sänftenartigen Federungskomfort bis heute nicht ganz. Citroën definierte mit der DS den Begriff des technologischen Fortschritts neu.

Tucker 48 – Sicherheit um jeden Preis

Preston Tucker wollte kurz nach dem Krieg das sicherste Auto der Welt bauen. Der Tucker 48 besass eine gepolsterte Armaturentafel und eine bei Aufprall herausfallende Sicherheits-Frontscheibe zum Schutz der Insassen.

Tucker Twin Turbo
Flugzeugtechnik am Boden: Der Tucker nutzte einen modifizierten Franklin-Flugzeugmotor mit 166 PS, was für 1948 eine enorme Leistung war. - Mr.choppers

Ein markanter, mittiger Scheinwerfer drehte sich mechanisch mit der Lenkung mit. Diese frühe Idee des Kurvenlichts greifen Hersteller heute mit LED-Matrix-Licht wieder auf.

Mr.Shoppers
Zentraler Fahrer: Das ursprüngliche «Torpedo»-Patent sah eine zentrale Sitzposition für den Fahrer vor, ähnlich wie bei modernen Supersportwagen. - Mr.Shoppers

Nur 51 Exemplare wurden gebaut, bevor die Firma unter mysteriösen Umständen bankrottging.

Kommentare

User #1109 (nicht angemeldet)

Die finnische Firma Donuts LAB schlägt aktuell gewaltige Wellen im Netz. Das Unternehmen verspricht eine absolut revolutionäre Solidstate-Batterie mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg die in nur fünf Minuten vollständig aufgeladen werden kann. Die Lebensdauer soll bis zu 100.000 Ladezyklen betragen, und bei extremen Temperaturen von -30 °C bis 100 °C soll die Kapazität zu über 99 % erhalten bleiben. Außerdem soll die Batterie extrem sicher sein, bei Beschädigung nicht brennen können und aus weit verbreiteten, kostengünstigen Materialien bestehen. Dieser Solidstate-Akku werde bereits im Motorrad Verge TS Pro (1000 Nm Drehmoment & bis 650 Kilmeter Reichweite) aber auch in eigenen innovativen PKW und LKW-Plattformen mit ihren bereits bekannten Radnabenmotoren verbaut. Der Name 'Donuts LAB' entstammt überigens aus ihren eigenen, extrem leichten, lestungfähigen und effizienten Radnabenmotoren, welche 2025 bereits für grosses Aufsehen gesorgt haben. Doch ohne belastbare Daten, Produktionsnachweise und unabhängige Tests bleibt der Hype vor erst mal Eines: Eine spektakuläre Ankündigung, die wenn wahr, allerdings alles nochmal komplett verändern würde.

User #1154 (nicht angemeldet)

⚡Das tolle an den batteriebetriebenen E- Autos ist die Tatsache dass man so weit fahren kann bis die Batterie leer ist, das nenne ich schon mal einen grossen Fortschritt. Ein weiterer Pluspunkt ist in meinen Augen auch dass die Batterie wieder aufgeladen werden kann, man muss also nicht jedesmal neue kaufen, erst in ca. 7 Jahren. Die bereits teuren Strompreise klettern auch in diesem neuen Jahr wieder gewaltig nach oben, aber egal, für sowas geht man ja schliesslich arbeiten, also rein mit dem Ladestecker. Es sei dabei aber zu beachten dass man die Batterie nur bis 80% laden sollte, also niemals voll bis 100%, vergleichbar mit dem Fahrer hinter dem Steuer, der ist erfahrungsgemäss ja auch nur bei 80%, also auch nicht ganz 100! ✔️

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