Pössl E-Vanster: Alltagsvan und Reisemobil
Montag bis Freitag im Alltag, am Wochenende ins Abenteuer: Der Pössl E-Vanster vereint urbanen Nutzwert mit der Freiheit eines kompakten Reisemobils.

Der Schweizer Camping-Markt verlangt zunehmend nach emissionsfreien Konzepten, die Alltag und Freizeit kombinieren. Mit dem kompakten E-Vanster auf Basis des Citroën ë-SpaceTourer elektrifiziert Ausbauspezialist Pössl nun seine beliebte Vanline.
Das Fahrzeug verspricht den anspruchsvollen Spagat zwischen wochentäglichem Berufsverkehr und spontanen Wochenendtrips in die Schweizer Bergwelt. Unter der Haube arbeitet die bewährte Elektromaschine des Stellantis-Konzerns mit 100 kW (136 PS) Spitzenleistung.

Mit einem sofort anliegenden Drehmoment von 260 Newtonmetern beschleunigt der Fronttriebler im Stadtverkehr gewohnt antrittsstark. Im Fahrzeugboden stellt die flüssigkeitsgekühlte Traktionsbatterie eine Bruttokapazität von 75 Kilowattstunden für Ausflüge bereit.
Reale Reichweite und alpine Härteprüfung
Auf den flachen Autobahnabschnitten des Schweizer Mittellandes ermöglicht der Akku eine praxisnahe Reichweite von etwa 250 Kilometern. Die WLTP-Reichweite liegt offiziell bei 298 km. Bei Richtgeschwindigkeit 120 km/h auf der A1 fordert die Stirnfläche der Karosserie allerdings einen spürbaren Tribut von der Batterie.
An steilen Passrampen hinauf zum Gotthard lässt das stattliche Leergewicht von über 2.2 Tonnen die Restreichweite rasch schrumpfen. Bei der anschliessenden Talfahrt hinunter in die Leventina speist das Rekuperationssystem dafür erfreulich viele Kilowattstunden zurück in die Zellen.

Die Energierückgewinnung schont auf Passabfahrten nicht nur die Bremsbeläge, sondern generiert wertvolle Restkilometer für die Weiterfahrt. Dennoch verlangt die Schweizer Topografie eine deutlich vorausschauendere Tourenplanung als bei herkömmlichen Dieselfahrzeugen.
Ladeperformance im Schweizer Schnellladenetz
Am Gleichstrom-Schnelllader bezieht der E-Vanster frische Energie mit einer maximalen Ladeleistung von soliden 100 kW. Der Standardhub von zehn auf achtzig Prozent beansprucht an einer geeigneten CCS-Säule rund 45 Minuten.
Entlang der Schweizer Transitachsen garantieren High-Power-Lader von Anbietern wie GOFAST oder Ionity planbare Ladepausen. Bei eisigen Temperaturen im Winter dämpfen der Heizbedarf der Kabine und die kalte Batterie die reale Reiseeffizienz jedoch merklich.

Ein serienmässiger On-Board-Lader mit 11 kW sichert zumindest an der heimischen Wallbox oder auf dem Campingplatz ein volles Nachladen über Nacht. Wer längere Fahrten in abgelegene Bündner Bergtäler plant, benötigt abseits der Hauptrouten weiterhin eine disziplinierte Ladestrategie.
Modulares Raumkonzept und Nutzlastgrenzen
Mit einer Fahrzeughöhe von exakt 1.99 Metern bleibt das Freizeitmobil parkhaustauglich und meistert nahezu jede Schweizer Einstellhalle. Auf dem Stellplatz eröffnet das flache Aufstelldach im Handumdrehen ein komfortables Doppelbett für zwei Erwachsene.
Im Heck überzeugt die modulare Campbox mit einer kompakten Kochstelle, Spülgelegenheit und praktischen Staufächern. Wird das Campingmodul entnommen, verwandelt sich der Vanster mit zusätzlicher Bestuhlung in einen vollwertigen Achtsitzer.
Die schwere Traktionsbatterie im Fahrzeugboden schränkt jedoch die verbleibende Zuladungsreserve für Sportausrüstung und Gepäck spürbar ein. Vier Personen samt schwerer Bergausrüstung bringen das zulässige Gesamtgewicht von 3.1 Tonnen rasch an seine gesetzlichen Grenzen.
Marktsituation und Wirtschaftlichkeit
Auf dem Schweizer Markt startet der Pössl E-Vanster zu Einstiegspreisen ab rund 60'000 Franken. Mit kompletter Campingausstattung, Standheizung und fahrzeugspezifischen Optionen übersteigt die Endabrechnung jedoch mühelos 72'000 Franken.
Gegenüber den bewährten Dieselmodellen verlangt der Elektroantrieb somit einen Investitionsaufschlag von rund fünfzehn Prozent. Kantonale Vergünstigungen bei den Motorfahrzeugsteuern und geringere Servicekosten mildern diese Differenz über die Haltedauer ab.
Besitzer einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus optimieren ihre individuellen Betriebskosten zusätzlich ganz erheblich. Der E-Vanster empfiehlt sich damit primär für finanzkräftige urbane Camper, die emissionsfreie Alltagsmobilität mit spontanen Wochenendtrips verbinden wollen.







