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    Mini Cooper SE: geht Lifestyle auch elektrisch?

    Axel Linther
    Axel Linther

    Bern,

    Mit dem Mini Cooper SE wagen die Briten ihren ersten vollelektrischen Versuch. Auf dem Papier wirkt er der Konkurrenz unterlegen.

    2020 Mini Cooper SE
    Der Mini Cooper SE ist der erste vollelektrische Serien-Mini - Axel Linther

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vollelektrischer Mini auf konventioneller Plattform
    • Technisch fast identisch mit dem BMW i3S
    • Kleine Batterie mit nur 28,9kWh nutzbarem Energiegehalt
    • Fahrverhalten begeistert, Stromverbrauch ebenfalls

    Seinen Erfolg hat sich der Mini hart erarbeitet. Mit einem genialen Konzept und unerreichter Liebenswürdigkeit wurde der britische Kleinwagen zum Kult. Auch die aktuelle Generation spielt die Retro-Klaviatur perfekt. Passt ein elektrischer Antrieb in ein solch historische gewachsenes Konzept?

    Der Lifestyle-Ableger von BMW aus dem britischen Oxford hat es sich mit dem ersten E-Modell dabei relativ leicht gemacht. Denn die Technik kommt praktisch unverändert vom BMW i3s. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

    Design, Platz & Komfort

    2020 Mini Cooper SE
    Felgen im Steckdosen- und Rücklichter im Union-Jack-Design zeugen vom Witz des Mini Cooper SE - Axel Linther

    Optisch lässt der Mini Cooper SE keinen Zweifel an seiner Abstammung. Im Gegensatz zur bewusst auffällig gestylten Elektro-Konkurrenz bleibt der Mini klar zu erkennen. Ausser einem geschlossenen Kühlergrill mit Stecker-Signet und neon-gelben Akzenten weist wenig auf der Stromantrieb des knuffigen Briten hin.

    Natürlich bedeutet der Formfaktor auch einige Einschränkungen beim Platzangebot. Dazu kommt, dass der elektrische Mini nur als Dreitürer zu haben ist. Gerade hinten müssen also deutliche Kompromisse eingangen werden. Platz finden Erwachsene etwa nur dann, wenn der Vordermann seine Sitzposition anpasst.

    Mini Cooper SE
    Der Innenraum ist edel und modern, aber nur vorne mit ausreichend Platz gesegnet - Axel Linther

    Auch der Kofferraum ist mit 211 Litern eher klein, zumal ein Teil davon unterm doppelten Boden vom Ladekabel belegt wird. Bei einer Solo-Nutzung oder mit nur einem Beifahrer spielt der Mini Cooper SE allerdings seine Vorzüge aus. Mit feinen Materialien, guter Verarbeitung und liebevollen Details überzeugt er auf voller Linie.

    Technische Highlights

    Mini Cooper SE
    Sieht aus wie ein Mini, ist aber eigentlich auch ein BMW i3 - Axel Linther

    Wirkliche Highlights findet man angesichts der vom BMW i3 übernommenen Technik kaum. Die moderne Konkurrenz ist hier schon mindestens eine Generation weiter. Doch das muss nicht zwingend schlecht sein. Denn der Mini Cooper SE überzeugt gerade durch sein cleveres Packaging.

    Wiegen andere Elektrokleinwagen schwer an ihren grossen Batterien bleibt der Cooper SE sehr schlank. Nur 1440kg fahrfertig und mit Fahrer bringt er auf die Waage und ist damit kaum schwerer als die Verbrenner. Damit bringt er die besten Voraussetzungen für ein knackiges Fahrverhalten mit. Und der 184PS-Elektromotor ist ein kongenialer Partner.

    Besonders in der Abstimmung der Traktionskontrolle zeigt sich die lange Erfahrung der BMW-Ingenieure mit der E-Technik. Trotz winterlicher Termperaturen und ebensolcher Bereifung beeindruckt das Sprintvermögen der Mini Cooper SE nachhaltig.

    Wie fährt der Mini Cooper SE?

    Mini Cooper SE
    In der Stadt sehen die meisten anderen nur das Heck des elektrischen Mini - Axel Linther

    So wie ein Mini fahren muss. Vielleicht fährt er sich sogar so, wie ein Mini schon immer hätte fahren müssen? Denn er ist in der Stadt kaum zu schlagen und genau gehört er hin. Die Langstrecke vergisst man angesichts der Reichweite und relativ langsamen Ladegeschwindigkeit gleich besser.

    Wo die Parkplätze rar und eng sind, wo die Ampelphasen kurz und der Verkehr dicht ist, ist sein Metier. In der Stadt gibt es kaum ein fröhlicheres Auto als den Mini Cooper SE. Flink, beinahe explosiv kraftvoll, flüsterleise und beim Abbremsen mit dem guten Gefühl zurückgewonnener Energie.

    Und genau hier ist er wirklich gut: im Verbrauch. Trotz winterlicher Temperaturen lagen wir selten über 20kWh pro 100 Kilometer. Auf der Verbrauchrunde reichten gar 13,3kWh/100km aus. Damit ist der technische vermeintlich alte Mini Cooper SE seiner Konkurrenz teils deutlich voraus.

    Fazit:

    Mini Cooper SE
    Eine fröhliche Front, die unlängst mit einem Facelift noch etwas geglättet wurde - Axel Linther

    Seinem Lifestyle-Image wird der Mini Cooper SE weiter gerecht. Er passt vielleicht so gut zur Marke wie nie zuvor. Allerdings bleibt er auch ein „it-piece“, ein Zweitwagen und ein Liebhaberstück. Er ist nicht uneingeschränkt tauglich für die Langstrecke und muss Abstriche bei Raum und Komfort machen.

    Doch wer einen Mini in Betracht zieht, dem erzählt man mit dieser Kritik nichts Neues. Deshalb sollte man den Elektro-Cooper durchaus in die engere Auswahl nehmen. Er wird machen sicher positiv überraschen.

    Technische Daten:

    Modell: Mini Cooper SE
    Motor: Hybrid-Synchron-Elektromotor
    Leistung: 184PS (135kW)
    Drehmoment: 270Nm
    Antrieb: Frontantrieb, Eingang-Getriebe
    Batterie: Lithium-Ionen-Batterie, 32,6kWh Kapazität (brutto)
    Verbrauch (WLTP): 15,2kWh/100km
    Testverbrauch: 18,8kWh/100km (Winterbetrieb)
    Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 7,3s
    Höchstgeschwindigkeit: 150km/h (abgeregelt)
    Abmessungen (L/B/H): 3,85 m/1,73 m/1,43 m
    Gewicht: 1‘440 Kg
    Grundpreis: 42‘200 CHF

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