Ewige Larven mit Mini-Genom: Das Geheimnis der kleinsten Fische
Winzige Zwergfische haben ein ungewöhnlich kleines Erbgut. Forschende des Naturhistorischen Museums Bern und der Universität Bern zeigen in einer neuen Studie, dass dieser Zusammenhang im Laufe der Evolution mindestens dreimal unabhängig voneinander entstanden ist.

Für die Untersuchung verglichen die Forschenden das Erbgut von mehr als 300 Arten karpfenartiger Fische, wie das Naturhistorische Museum Bern am Donnerstag mitteilte.
Im Zentrum der Untersuchung standen sogenannte progenetische Zwerge. Diese Fische brechen ihre Entwicklung vorzeitig ab, werden bereits in einem Larvenstadium geschlechtsreif und behalten dadurch viele jugendliche Merkmale bis ins Erwachsenenalter.
Die Forschenden stellten fest, dass solche progenetischen Zwergfische nicht nur ähnliche Körpermerkmale, sondern auch besonders kleine Genome aufweisen. Das Erstaunliche: Diese Merkmale entwickelten sich im Laufe der Evolution mindestens dreimal unabhängig voneinander. Bei anderen kleinen Fischen, die sich normal entwickeln und einfach klein bleiben, fanden die Forschenden diesen Zusammenhang nicht.
«Das deutet darauf hin, dass die Evolution unter bestimmten Bedingungen immer wieder zu denselben Lösungen gelangen kann», liess sich Studienautor Hiranya Sudasinghe in der Mitteilung zitieren. Entscheidend für das geschrumpfte Erbgut sei demnach nicht die Miniaturisierung an sich, sondern die verkürzte Individualentwicklung.
Die vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Studie wurde in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» (Pnas) veröffentlicht.










